Eine Scientologin als Tagesmutter für meine Kinder?

flickr / nasikabatrachus

In München wurde einer Scientologin die Erlaubnis erteilt, weiterhin als Tagesmutter Kinder zu betreuen. Die 38-jährige Tagesmutter müsse fortan jedoch strenge Auflagen befolgen, so der bayerische Verwaltungsgerichtshof.


Die meisten Eltern überlegen sich sehr gut und gründlich, wem sie ihr Kind in Obhut geben. Das fängt beim Babysitter an. Doch besonders die Erzieherin oder Tagesmutter sollte schon ganz besonders qualifiziert sein, immerhin prägt sie die Kinder in einer entscheidenden Phase ihres jungen Lebens. Darf diese Aufgabe ausgerechnet eine Scientologin erfüllen? Damit beschäftigte sich jüngst das Münchener Gericht.

Das Stadtjugendamt hatte vom geschiedenen Ehemann der Frau von ihrer Zugehörigkeit zur “Scientology Church” erfahren und wollte ihr daraufhin die Zulassung zur Tagespflege entziehen. Immerhin steht Scientology in den meisten Bundesländern, so auch in Bayern, unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. 2008 wurde in Bayern bereits einer ganzen Kindertagesstätte die Betreungs-Erlaubnis entzogen, als bekannt wurde, dass dort nur Scientologen arbeiten. Begründung: Die Methoden Scientologys stehen im Widerspruch zum Recht des Kindes auf freie Entfaltung.

Nun aber durfte die Scientologin ihre Tagespflegelizenz behalten. Sie musste jedoch versichern, keine scientologischen Methoden anzuwenden und den Kindern keine derartigen Inhalte zu vermitteln. Außerdem muss sie die Eltern der von ihr betreuten Kinder über ihre Zugehörigkeit zur Organisation in Kenntnis setzen. Sie wird in Zukunft der Stadt gegenüber ihre Erziehungsmethoden rechtfertigen müssen und steht zudem unter ständiger Kontrolle des Jugendamtes. In einem Jahr wird dann neu über ihre Zulassung entschieden werden.

Quelle

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15 Reaktionen to “Eine Scientologin als Tagesmutter für meine Kinder?”

  1. Bernd Grütter sagt:

    Es gibt keinen besseren Weg die Weltöffentlichkeit an die deutsche Geschichte zu erinnern, als Bürgern allein aufgrund ihrer Überzeugung, Weltanschauung oder Religionszugehörigkeit eine Arbeitsstelle oder Berufsausübung zu verweigern.
    Nun hört man, dass in Deutschland eine Scientologin trotz ihrer Überzeugung ihre Arbeitsstelle behalten kann? Das ist doch schon ein kleiner Fortschritt. Willkommen im Rechtsstaat. Langsam aber sicher finden die Menschenrechte ihren Weg auch in Deutschland vom Papier in die Praxis. Gratulation.

  2. Herr Grütter ist Scientologe, wie schnell klar wird, wenn man das liest, was er schreibt.
    Und daher mag er nicht verstehen, dass Scientology eine gefährliche, die Demoraktie bedrohende Organisation ist, die ihre Mitglieder ausbeutet und deren Gehirn wäscht. Aber es besteht Grund zur Hoffnung, denn mehr als 1.000 Scientologen sind ausgestiegen und haben von ihren Erfahrungen berichtet. Und täglich werden es mehr. Die sogenannte Kirche zerfällt innerlich und es wird öffentlich, was da los ist.
    Auf unseren Seiten kann auch er es nachlesen.
    Herr Grüter, wir erwarten Sie, außerhalb der Org. Mit Kuchen und Gesang. Reihen Sie Sich ein in die wachsenden Gruppen der Aussteiger.

  3. Dr. Rainer Büchler sagt:

    Gegen Scientologen gibt es nur eine Möglichkeit zu reagieren, sie mit ihren eigenen Waffen zu schlagen: der konsequenten Diskriminierung.
    Da ich das zweifelhafte Privileg genießen durfte, am ach so freien Markt meine Brötchen zu verdienen, konnte ich am ei- genen Leib erfahren, wie konsequent ich diskriminiert wurde, weil ich nicht Scientology angehörte! Beim Bundeswehrbeschaf-fungsamt z. B. verkauft man nicht einmal einen Hosenknopf, wenn man nicht Scientology angehört und das wurde mir fast unverhohlen klar gemacht.

    Auch in anderen Branchen zählten dann nicht mehr Preis und hervorragende Qualität, auch dann nicht, wenn meine Qualität weit über Marktniveau lag.

    Soviel zu Scientology: drangsaliert und diskriminiert die Typen soviel wie möglich!!!

  4. Mark sagt:

    Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

    Artikel 7
    Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich und haben ohne Unterschied Anspruch auf gleichen Schutz durch das Gesetz. Alle haben Anspruch auf gleichen Schutz gegen jede Diskriminierung, die gegen diese Erklärung verstößt, und gegen jede Aufhetzung zu einer derartigen Diskriminierung.

    Artikel 8
    Jeder hat Anspruch auf einen wirksamen Rechtsbehelf bei den zuständigen innerstaatlichen Gerichten gegen Handlungen, durch die seine ihm nach der Verfassung oder nach dem Gesetz zustehenden Grundrechte verletzt werden.

    Artikel 10
    Jeder hat bei der Feststellung seiner Rechte und Pflichten sowie bei einer gegen ihn erhobenen strafrechtlichen Beschuldigung in voller Gleichheit Anspruch auf ein gerechtes und öffentliches Verfahren vor einem unabhängigen und unparteiischen Gericht.

    Artikel 11
    1) Jeder, der einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, hat das Recht, als unschuldig zu gelten, solange seine Schuld nicht in einem öffentlichen Verfahren, in dem er alle für seine Verteidigung notwendigen Garantien gehabt hat, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist.

    Artikel 12
    Niemand darf willkürlichen Eingriffen in sein Privatleben, seine Familie, seine Wohnung und seinen Schriftverkehr oder Beeinträchtigungen seiner Ehre und seines Rufes ausgesetzt werden. Jeder hat Anspruch auf rechtlichen Schutz gegen solche Eingriffe oder Beeinträchtigungen.

    Artikel 18
    Jeder hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens und Religionsfreiheit; dieses Recht schließt die Freiheit ein, seine Religion oder Überzeugung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder privat durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Kulthandlungen zu bekennen.

    Artikel 19
    Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.

    Artikel 20
    1) Alle Menschen haben das Recht, sich friedlich zu versammeln und zu Vereinigungen zusammenzuschließen.

    Artikel 23
    1) Jeder hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit.

    Quellen der Übersetzung:

    Office of the High Commissioner for Human Rights, Genf

    United Nations, New York

  5. Sandrina sagt:

    Und jeder Mensch hat recht auf freie Bildung – auch für seine Kinder. Und das ohne widerwärtige profitorientierte Scientologen-Indoktrinierung und Gehirnwäsche.
    War Rekrutierung unter Kindern und Jugendlichen nicht so etwas, was insbesondere rechte Randgruppen permanent versuchen, weil differenziert denkende Menschen auf ihr Gedankengut nicht hereinfallen?
    Beschämend, dass Scientology offenbar denselben Weg geht – ich möchte meine Kinder ohne die Lehren von Ron Hubbard aufwachsen sehen, danke.

  6. Fritz sagt:

    Bei der Aussage von Herrn Dr. Büchler kann es sich wohl nur um eine Satire handeln. Genau das Gegenteil trifft doch zu. Dieser Fall belegt dies doch eindeutig. Bei welcher Tagesmutter anderen Glaubens würde so ein Zirkus veranstaltet, der von einem Gericht geklärt werden muss? Wann endlich ist Schluss mit dieser absurden Scientology-Hysterie?

  7. Gerd Rüger sagt:

    Nun ja, Fritz, Scientology ist nun mal kein Glaube, sondern eine menschenverachtende Sekte, die ausgerottet gehört. Hier handelt es sich um nichts absurdes oder eine Hysterie. Schlimm aber, dass ein deutsches Gericht ein solches Urteil spricht. Stellt sich einem normal sterblichen schon die Frage, ob selbst unsere deutsche Justiz schon unterwandert ist. Arme Kinder in Deutschland und armes Deutschland kann man da nur sagen!

  8. JohnDoe sagt:

    Schade das die Antworten in den Blogs sich meistens nicht um die Sache sondern schnell in dieses verallgemeinernde “Die Scientology” übergeht. Hat die Frau denn während Ihrer Arbeitszeit “scientlogische Technologien” angewendet oder hat sie mit einem Schützling über Scientology gesprochen?
    Was soll denn dieser schmarrn? Wenn sie eine gute Tagesmutter ist wo liegt dann das Problem? Das sie in Ihrer Freizeit sich mit Scientology beschäftigt?

  9. Dr. Rainer Büchler sagt:

    Schön wäre es, wenn meine Äußerungen auf einer schlichten Satire basierten. Ich habe diese “Satire” über 12 lange Jahre am Markt auskosten dürfen und erfahren, was Scientology heißt: ganz schlicht die Diskriminierung Anderer.
    Und das unter Mitwirkung der scientologisch versauten Behörden (Polizei): illegales Abhören meines Telefons seit Sommer 1998 bis heute. Dabei wurden meine geschäftlichen Aktivitäten widerechtlich!! zu mindest an eine -1- Firma weitergereicht, die an meinem Patent brenned interessiert war.

    Satire wäre meine Darstellungen dann, wenn ich jetzt nicht erwähnen würde, dass an den Schulen viele Lehrer ebenfalls Scientologen sind. Aber da wagen sich die Eltern bereist nicht mehr zu opponieren, da sie die Notengebung fürchten.
    Hoch unliebsam sind mir die Dreckstypen, die für sich das Grundgesetz reklamieren, es aber selbst konsequent mißachten und beruflich voll auf Diskriminierung Anderer setzen

    gez.
    Dr. Rainer Büchler

  10. Bernd Grütter sagt:

    Notorische Scientology-Nörgler, wie es auch hier im Forum einige gibt, wären keine Nörgler, wenn sie nicht komme was wolle an Scientology herumnörgeln würden. Es geht ihnen nicht um Wahrheit, konstruktive Kritik oder Verbesserung von Missständen. Nörgler sind darauf fixiert zu nörgeln. Ihre Nörgler-Persönlichkeit lässt es nicht zu, auch nur eine gute Sache an Scientology zu sehen. Da helfen weder Fakten noch Beweise. Alles wird einfach wieder zum weiter Nörgeln missbraucht. Genau an diesem Punkt wird klar, dass Scientology-Nörgler einfach unverbesserliche Nörgler sind, die sich aufs Nörgeln spezialisiert haben.
    Jede Minute, einer solchen Person Scientology zu “erklären”, ist eine verschwendete Minute. Das ist der Grund, warum man niemals mit Nörglern diskutieren sollte. Sie sind es nicht wert, reine Zeitverschwendung. Ein Verbrecher wird seinem Ruf gerecht, indem er Verbrechen begeht, ein Scientology-Nörgler, indem er an Scientology herumnörgelt. Mein Ratschlag: IGNORIEREN.

  11. Monteru sagt:

    Ist das Foto eine Fotomontage und was ist sonst noch gelogen in diesem Artikel?

  12. Timo Hermann sagt:

    Hallo “Monteru”,

    unter dem Bild befindet sich ein Hinweis auf die Bildquelle.
    Von Unterstellungen über gezielte Falschaussagen und Propaganda-Vorwürfen möchten wir uns aber deutlich distanzieren: wir berichten, die Evaluierung bleibt dem Leser überlassen.

  13. Antony sagt:

    zu “Bernd Grütter sagt:
    23. Mai 2010 um 15:53″

    zu “notorische Nörgler”

    So bescheuert haben schon di e Ideologen in der DDR auf kritische Fragen / kritische Anmerkungen reagiert. (Hinzu kamen Drohungen und Gefängngnis, wenn die Kritik allzu unbequem wurde),
    ähnlich bescheuerten Umgang mit Kritik habe ich mal erlebt, als ich sozusagen “under cover” auf einer Anwerbe-Sitzung einer network-marketing-Firma (funktioniert i.w.S.nach Schneeballsystem)— Wer kritisch ist, ist blöd, hat es nicht verstanden, nörgelt — sehr erbärmlich, antiquiert, aufgeblasen…. typisch eben für Ideologen und Bauernfänger.

  14. kenito sagt:

    Das ist der falsche Weg, eine Scientologin als Tagesmutter weiterhin einzusetzen.

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