Schleswig-Holstein: Lehrer protestieren gegen Bildungsabbau

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In 20 Städten des Bundeslandes Schleswig-Holstein war am Donnerstag morgen nach der dritten Schulstunde Schluss. Rund 3500 Lehrer folgten dem Aufruf der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) zum Streik gegen drohenden Bildungsabbau. Das besondere an dieser Protestaktion war, dass erstmals auch verbeamtete Lehrerinnen und Lehrer teilnahmen, und dass, obwohl das Bildungsministerium in Kiel im Vorfelde des Streiks den Beamten und Beamtinnen disziplinarische Maßnahmen angekündigt hatte.
In vielen Orten schlossen sich den Lehrern auch Schüler und Vertreter der Eltern an, sodass nach Schätzungen 7000 Menschen im ganzen Bundesland an dem Protest teilnahmen. Der Unmut der demonstrierenden Pädagogen, Eltern und Schüler richtet sich die Bildungspläne der schwarz-gelben Landesregierung. Zu den durch den Pflichtstundenerlass schon jetzt erhöhten Pflichtstunden, immer größere Klassengrößen, kommt noch die geplante Streichung von 3650 Lehrerstellen bis 2020 von Lehrern an Regional- und Gemeinschaftsschulen. Mit dem Streik am Donnerstag wollten nun Lehrer, Eltern und Schüler lautstark ein „Zeichen gegen den Bildungsabbau“ setzen. „Wir streiken für bessere Arbeits- und Lernbedingungen an Schulen, weil wir fürchten, dass das Sparpaket zu einem Verdummungsprogramm für Schleswig-Holstein führt“, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft, Matthias Heidn, am Donnerstag Vormittag in Elmshorn, wo neben der Landeshauptstadt Kiel die größte Protestveranstaltung statt fand.
Trotz der Ankündigung des Bildungsministerium, dass Lehrer mit dienstrechtlichen Konsequenzen und Besoldungsabzügen rechnen müssten, wenn sie streiken, nahmen unzählige Beamte an den landesweiten Protesten teil. Matthias Heidn von der GEW sieht dies gelassen: „Die Frage, ob verbeamtete Lehrer in Deutschland streiken dürfen, kann gern vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte geklärt werden”, sagte er dazu.
Quelle

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