An deutschen Schulen werden Jugendliche mit Migrationshintergrund noch immer benachteiligt. Der Paritätische Gesamtverband hat in Berlin eine Studie vorgestellt, aus der das hervorgeht. Dabei mache fast nur jeder zehnte ausländische Schüler das Abitur, aber im Gegensatz dazu beendet fast jeder dritte deutsche Schüler das Gymnasium mit dem Abschluss. Bei den Kindern, die die Schule ganz ohne Abschluss verlassen, ist das Missverhältnis noch gravierender. Hierbei sind es 15 Prozent der ausländischen und sechs Prozent der deutschen Schüler, gibt Barbara John Vorstandsmitglied des Verbandes an.
Weiterhin betonte sie, dass sich dieser Missstand bei den deutschen Hochschulen fortsetze. Die Zahl der Ausländer, die in Deutschland studieren und hier ihre Hochschulreife erworben haben, liegt nicht einmal bei drei Prozent. Sie bringen überwiegend ihr Abitur aus dem Heimatland mit. John, die von 1981 bis 2003 Ausländerbeauftragte des Berliner Senats war, sieht folgende Gründe, die dafür verantwortlich sind. Zum einen sei es die Undurchlässigkeit des Schulsystems und zum anderen die frühe Trennung zwischen den verschiedenen Schulzweigen.
Eine schulische Bildungsgarantie forderte sie, die durch eine außerunterrichtliche Förderung ergänzt werden müsse, wenn die Lernerfolge ausbleiben. Eine Vermittlung interkultureller Kompetenzen in der Lehrerausbildung, eine durchgängige Sprachförderung, sowie eine längere gemeinsame Lernzeit – diese Forderungen stellte sie erneut vom Paritätischen Gesamtverband.
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