Jugendamt nimmt gehörloser Mutter das Kind

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Tragisch, aber leider bittere Realität: Weil eine gehörlose Mutter aus Hamburg so verantwortungsbewusst war, das Jugendamt wegen Kommunikationsproblemen mit ihrem Kind um Rat zu bitten, wurde ihr das Sorgerecht entzogen. Behördenirrtum oder richtige Entscheidung? In jedem Fall dürfte dieses Beispiel viele Eltern davor zurückschrecken lassen,  beim Jugendamt Hilfe anzufordern.

Es sollte eigentlich nicht bestraft werden, wenn man so verantwortungsvoll ist und beim Jugendamt um Hilfe bittet. Doch genau das passierte einer Frau in Hamburg. Da die Benin-Deutsche gehörlos ist und Angst vor Kommunikationsschwierigkeiten mit ihrem Sohn Antonio hatte, wollte sie Unterstützung vom den Behörden erfragen. Das Ergebnis: Der Sohn ist nun im Kinderheim – der Mutter wurde sogar der Kontakt verboten.

Als der Sohn von Annette Sch. 2003 zur Welt kam, schien noch alles gut zu gehen. Das Kind wuchs sowohl mit der Sprache der Hörenden als auch mit der Gebärdensprache auf, besuchte Krippe und Kita. Dann kam es im Jahr 2008 zu Verständigungsproblemen und die alleinerziehende Mutter wandte sich, voller Vertrauen, an die Kinderhilfe. Die Jugendamtsmitarbeiter reagierten promt – und holten das Kind direkt aus der Kita ab, um es einer Pflegefamilie zu übergeben. Die Mutter durfte nicht einmal Lebewohl sagen.

Was so grausam anfing, wurde leider nicht besser: Nach fast zwei Jahren Pflegefamilie und einem Aufenthalt im Timmendorfer Diagnostikzentrum kam der Junge dieses Jahr in ein Kinderheim in Schleswig-Holstein. Selbst ein Besuch des Weihnachtsmarktes von Mutter und Sohn wurde laut Annette Sch. durch das Amt ohne Begründung abgesagt.

Warum mussten Mutter und Kind nun getrennt voneinander Weihnachten feiern? Das Jugendamt hält die Mutter für “nicht einschätzbar”, die häusliche Situation sei “eskaliert” und außerdem sei eine Psychose “nicht ausgeschlossen”. Äußerst fragwürdig findet der Anwalt, Menschenrechtsexperte Schneider-Addae-Mensah, diese Begründungen, denn die Gutachterin des Jugendamtes ist nicht einmal der Gebärdensprache mächtig, das heißt sie konnte nicht mit der Mutter reden. Zudem sei die Gutachterin Gehörlosen gegenüber anscheinend eher negativ eingestellt. Ein Beispiel: Sie schrieb über die Mutter, dass ihr Weltwissen eingeschränkter sei, als das einer Hörenden.

Die Tragik der Geschichte wird besonders deutlich, wenn man bedenkt, dass die Kommunikation von Mutter und Sohn immer schwieriger wird. Um dem Leid der Familie ein Ende zu setzen, will nun die Schwester der gehörlosen Annette Sch., die Erziehungswissenschaftlerin Aretha Apithy, den kleinen Antonio bei sich aufnehmen. Ob der Kleine zu seiner Tante ziehen darf, wird das Oberlandesgericht Hamburg am 6. Januar entscheiden.

Was denken Sie – hat das Jugendamt hier wirklich richtig entschieden? Kinderzeugs jedenfalls wünscht dem kleinen Antonio und seiner Mutter alles erdenklich Gute.

Quelle

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8 Reaktionen to “Jugendamt nimmt gehörloser Mutter das Kind”

  1. Sebastian Hoffmann sagt:

    Hallo,

    das ist ein Skandal. Ich selbst bin Schwerhörig und 29 Jahre alt, bin mit Hörgeschädigten Eltern aufgewachsen. Selbst habe ich über all die Jahre viele Hörgeschädigte Eltern kennengelernt die Hörende Kinder haben und dies mit bravour gemeistert haben. Die Hörenden Kinder lernen automatisch ein Teil der Gebärdensprache. Daran sieht man das dieses Jugendamt keine Ahnung vom Leben Hörgeschädigter Menschen hat. Sie verstoßen gegen das Menschenrecht. In Deutschland leben ca 600.000 Hörgeschädigte Menschen. Wenn jedes Jugendamt so handeln würde, wo kommen wir da hin? Dieses Verhalten sollte bestraft werden.

    MfG Sebastian Hoffmann

  2. … hier wurde mal wieder gegenwärtig, wie wenig , oder auch gar nicht, die Hörenden sich mit der Hörschädigung auseinandersetzen. Ich bin seit 37 Jahren Oraldolmetscherin und Interessenvertreterin, habe täglich mit der Problematik der Hörgeschädigten, aber auch mit der sprichwörtlichen Ignoranz der Hörenden zu tun. Für Sprachprobleme hörender Kinder hörgeschädigter Eltern gibt es so viele Möglichkeiten. Statt das Kind der Mutter zu entziehen,hätte das Jugendamt gut daran getan diese Möglichkeiten für das Kind zu nutzen. In Hamburg gibt es sehr viele Anlaufstellen für Hörgeschädigte, warum hat das Jugendamt sich nicht mit diesen kompetenten Stellen in Verbindung gesetzt und eine humane Lösung für Kind und Mutter gesucht, oder ging es hier um eine gewisse Machtausübung, die mir allerdings auch schon vor Jahren begegnet ist. Nur hat da das Jugendamt durch mein Eingreifen kein Recht erhalten.
    Die Jugendämter sollten da tätig werden, wo es auch wirklich nötig ist und sich nicht darin üben, kommunikativ schlechter gestellten Menschen den Stempel aus dem 18 Jahrhundert – Minderbemittelt – aufzudrücken. Da nützen die gesamten Gesetze nichts mehr, von wegen Eingliederung, Rechte u.s.w.
    wenn die Ämter sich selbst nicht einbringen und nur – Macht – ausüben – wollen. Wofür gibt es uns Dolmetscher, wenn wir nicht angefordert werden, damit eine Kommunikation überhaupt stattfinden kann. Es ist wie immer, natürlich die Kostenfrage…
    Wieso wurde von der Schwester nicht sofort ein Sozial-Rechtsanwalt eingeschaltet? Dann wäre es wohl nicht so weit gekommen und Mutter und Kind wären noch zusammen.
    20 Millionen Hörgeschädigte wohnen im deutschsprachigen Raum,
    also rund ein Viertel unserer Bevölkerung, will man in Zukunft auch diesen Müttern und Vätern die Kinder wegnehmen?
    Jugenämter sollten doch lieber darauf achten, dass Kinder nicht missbraucht werden, nicht geschlagen werden, genug zu essen bekommen und nicht verwahrlosen, damit hätten sie wirklich genug zu tun.

  3. Martin Königer sagt:

    Hallo euch,

    ich kann mich den anderen nur anschliesen! Es ist wirklich schlimm was in unserem Lande abgeht und das sind keine Einzelfälle.Das Jugendamt in Deutschland braucht wirklich eine unabhängige Kontrollinstanz voller Fachärzte und Erwachsenen u. Kinderfachpsychotherapeuten die jeden Fall genau prüfen können es geht um die armen wehrlosen Kinder,welchen Psychischen Schaden erleben die wenn Sie verstehn können das Sie von Ihren geliebten Eltern getrennt wurden was hat das mit Kindeswohl zu tun!!?? Man kann nur sagen was hier schon gesagt wurde Jugendämter sollten sich um Familien kümmern wo Drogen konsumiert und Alkohol getrunken wird sobald ein Arzt soetwas feststellt sollte eine Meldung ans Jugendamt gehen da hätten die in ganz Deutschland sehr sehr viel zu tun!!
    Und nicht nachweislich unschuldigen Eltern die Kinder entziehen soetwas gehört HART sehr HART bestraft!!

    nach besten Wissen und Gewissen
    Viele Grüße
    Martin Königer

  4. SCHMIED Christine sagt:

    Das Jugenamt ist eine Folgeinstitution des letzten
    Weltzkrieges und nicht für die Kinder, sondern als Einnahmequelle des Staates tätig.

    Das Jugendamt gehört radikal abgeschafft.Verleumdung, Betrug und Intrigen sind an der Tagesordnung –

  5. SCHMIED Christine sagt:

    Warum gibt man Kommentare nicht frei, die beweissbar sind. Sogar der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg hat gegen den Deutschen Staat geklagt und ihn schon öfters verurteil, da hier Menschenrechte nicht eingehalten werden.

  6. Timo Hermann sagt:

    Hallo Christine, ganz ruhig – Freitag bedeutet Stresstag, da dauern Freischaltungen manchmal etwas :-)

  7. Rassismus sagt:

    Die Mutter sollte die Behörde verklagen, das ist Rassismus!!!

    Zu Kommunikationsstörungen kam es zwischen Mutter und Kind erst durch das Jugendamt. Unfassbar!

    Die Behörden haben das Kind emotional verwahrlosen lassen!!!
    Und diese Menschen nennen sich Experten…

    Ich wünsche der Familie viel Kraft und einen Richter mit Menschenverstand!

  8. Bernhard Kaiser sagt:

    Diese verdammten inkompetenten Jugendämter haben viel zu viele Machtbefugnisse! Hat die Mutter denn nicht das Familiengericht eingeschaltet? Wobei das ja oft auch nichts nützt, denn die entscheiden meist eh im Sinne des Jugendamtes!

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