Bundesfamilienministerin Kristina Schröder ist schwanger – diese Meldung dominiert seit gestern die deutschen Medien. Gründe gibt es derlei gleich mehrere: zum einen entzürnte viele Bürger, dass eine vergleichsweise junge und kinderlose Frau ausgerechnet das Amt der Familienministerin bekleiden soll, zum anderen mangelt es ihr an Profil.
Nun die große Nachricht: Kristina Schröder ist schwanger. Stolz vor Mutterglück teilt sie sich auch direkt den Medien mit und lässt den Wähler durch die BILD-Zeitung wissen: “Wir werden vor den gleichen Herausforderungen stehen wie viele andere Paare in Deutschland, bei denen beide beruflich gefordert sind” – und genau mit dieser Äußerung erhitzte sie die Gemüter. Tatsächlich erscheint dieser Satz wie reiner Spott und Hohn auf Familien mit niedrigem Einkommen, die am Ende jeden Monats mit leeren Taschen dastehen – ein Zustand, der sich durch die Kürzung des Elterngelds zum Jahresbeginn, die maßgeblich von ausgerechnet Kristina Schröder verantwortet wurde, nicht zum Positiven entwickelt hat. Und so erscheint diese Äußerung, die wohl Volksnähe suggerieren sollte, in einem völlig anderen Licht.
In einem offenen Brief wettert die Redakteurin Su Holder von Fritz Radio rbb wörtlich: “Wie anmaßend, schamlos, unmoralisch, blind und bescheuert sind Sie eigentlich? Mit 16.529,50 Euro im Monat und einem garantierten, vergoldeten Betreuungsplatz in der 5 Sterne-Bundestags-Kita stehen Sie NICHT vor den gleichen Herausforderungen wie viele andere Paare in Deutschland.” Das sind drastische Worte, die allerdings den Kern genau treffen – auch wenn wir dafür galantere Worte gewählt hätten. Su Holder wettert weiter: “Sie hoffen ‘Karriere und Familie unter einen Hut zu bringen mit der Unterstützung ihrer Familien’… Erzählen Sie uns bitte nicht, dass Sie von Existenzängsten geplagt sich nachts wälzen und sorgen, ob das Geld für Windeln reichen wird, ob Sie problemlos ihre Arbeitsstelle zurück bekommen. Fragen Sie sich lieber, wer eigentlich vor kurzem das Elterngeld gekürzt hat.” Sicher: Su Holder polemisiert. Aber dennoch trifft sie ins Schwarze. Unser Resümmee: Alles Gute, Frau Schröder – auf dass Sie endlich zu einer familienfreundlichen Politik umkehren werden!
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