Kinder mit Lernspielen nicht überfordern

Ist doch altmodisch, Kinder einfach nur spielen zu lassen. Wie wichtig eine frühkindliche Phase ist, weiß doch heute jeder. Nur lernen heißt es – aber wie passt das zusammen?
Mit Lernspielen. Aber die Lust am Spielen sollten die Eltern damit nicht verderben.

Nicht nur zum Spielen da ist ein Spielzeug, nein auch lehrreich soll es sein, wie eine Studie der Gesellschaft für angewandte Sozialforschung aus dem Jahr 2008 ergeben hat. Die Hersteller haben hierauf sofort reagiert. Dass sie Kinder fördern, damit werben immer mehr Spiele. Viele Eltern sind ratlos angesichts der großen Auswahl, und von den spielerischen Lernhilfen sind nicht alle Pädagogen wirklich begeistert.
Durch die ernüchternden Ergebnisse der Pisa-Studien haben Lernspiele Aufschwung bekommen. Doch dem Nachwuchs fehlt es nicht selten an schulischen Grundfähigkeiten. Den Sinn der Wörter zu erfassen, diese Probleme haben viele beim Lesen.



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Die Hersteller haben den „Mehrwert Wissen“ als Verkaufsargument für sich entdeckt. Die Unsicherheit der Eltern wird oft ausgenutzt, und was die vermeintliche Lücke schließt, bieten diese gerne an. So wird heute mit dem Etikett „Lernspiel“ manches Spiel versehen, das es schon lange gibt und das nie hinsichtlich pädagogischer Gesichtspunkte konzipiert wurde.
Kinder benötigen in der Schule neue Lernspiele, die gezielt auf Wissen setzen. Laute und Buchstaben, Mengen und Zahlen, Formen und Farben sind beliebte Lernspiele. Kinder ab fünf Jahre sollen im Rechnen und Zählen gefördert werden, zum Beispiel mit dem Rechenkönig von Haba. Genaues Sprechen und Hören und dadurch ein besseres Sprechgefühl sollen Vierjährige bekommen mit der frechen Sprech-Hexe von Ravensburger. Um Kindern ab der ersten Klasse zu helfen, die richtigen Laute zu unterscheiden, dafür ist Kasse-Gasse von IQ-Spiele gedacht.

Ein gutes Lernspiel kann tatsächlich fördernd wirken. Diese sind gut geeignet um Entwicklungsrückstände zu erkennen. Sie können dann durch spielerische Förderung ausgeglichen werden, wenn sie erkannt sind.
Experten sehen allerdings auch einige Kritikpunkte. Die Kinder haben immer weniger Raum für ein freies Spiel, denn sie werden immer mehr gelenkt und müssen konkrete Aufgaben erfüllen. Negative Folgen kann dies auch haben, denn um etwas erfinden zu können oder selbst auszudenken, brauchen Kinder Freiräume.
Der Förderbonus sollte nicht das allererste Kaufkriterium sein. Ein Beitrag zum Lernen und zur Entwicklung ist schließlich jedes Spielzeug. Ein Spiel soll nicht als Nachhilfeersatz vorgesehen sein, sondern Eltern sollten nicht vergessen, dass dieses Spaß und Freude verbreiten soll. Kinder werden nicht mehr lange spielen, wenn mit dem Lernen ihre Spiele gleichgesetzt werden.
Fazit: Lernspiele können helfen. Wie immer gilt aber: nicht übertreiben, und den Kids auch mal eine Auszeit gönnen.