Ja, das muss so laut!

Foto: Stefan Eissing/flickr.com

Immer wieder kommt es in der Nachbarschaft von Kindergärten, Kitas und Spielplätzen, die von Kindern besucht werden, zu Klagen über die Lärmbelästungung von Seiten der Anwohner. Eltern und Erzieherinnen können über derartige Klagen nur den Kopf schütteln. Glücklicherweise kann dies auch die Bundesregierung, die einer Änderung des Bundesimmissionsschutzgesetzes zu, so dass Kinderlärm nicht mehr länger als schädliche Umwelteinwirkung gilt.

Wo Kinder spielen, da entsteht auch Lärm. Teilweise können Kinder dabei durchaus eine Lautstärke erreichen, die an einen startenden oder landenden Jumbo erinnern. Allerdings gilt dies für die Lautstärke, nicht aber für die Qualität des Lärms. So hieß es auch bezeichnender Weise in der Debatte über eine Änderung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes „Kinderlärm ist Zukunftsmusik.“

Bisher war laut Gesetz der Lärm, den Kinder verursachen immer noch als eine schädliche Umwelteinwirkung eingestuft worden. Hiermit waren Klagen, die durchaus im Sinne der lärmempfindlichen Nachbarn beschieden wurden, durchaus möglich und nicht selten. Diese Zeiten sollen nun vorbei sein. Durch die Gesetzesnovelle ist der Lärm, der von spielenden Kindern in Kindertageseinrichtungen oder von Spielplätzen ausgeht, ein Sonderfall. Damit beziehen die Länder klar Position, dass Kinderlärm grundsätzlich kein Anlass zur Klage sein darf. Man wolle Kinder wie sie sind und nicht geräuschfrei.

Allgemeiner Konsens bestand auch darin, dass die bisherige Rechtslage, die das Lärmen und Toben von spielenden Kindern in Wohngebieten als schädliche Umwelteinwirkung einstufte, inakzeptabel sei. Klagen von Anwohnern und Beschwerden, wie diejenige, die jüngst zu einem Bau einer Lärmschutzwand um einen Kindergarten führte, um die gegenüber wohnenden Senioren vor dem „Lärm der Kinder zu schützen“ wird es zwar durch das neue Gesetz noch immer geben, doch Schließungen von Kindergarten oder ähnliche Szenarien sollten damit vom Tisch sein.

 

Quelle

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  • Ulli

    Erschossen ist erschossen. Und wenn sich Politiker hinstellen und beschließen, dass man nicht erschossen ist, ist man trotzdem weiter erschossen.
    Genauso ist es mit Lärm. Lärm ist Lärm weil es Lärm ist. Egal woher oder wer ihn produziert. Laut ist und bleibt laut.
    Vibrieren des Trommelfells bleibt vibrieren des Trommelfells. Da können Politiker beschließen was sie wollen. Sie stehen nicht über der Physik und auch nicht über der Biologie.
    Wieso muss man solche Anlagen mitten in ruhige Wohngebiete hineinpressen.
    Wenn ich mir Prenzlauer Berg in Berlin anschaue, wo Schwabenmütter mit ihren Kindern wie die Heuschrecken eingefallen sind und einen ganzen bezirk gentrifiziert haben… irgendwann ist sowas einfach nur noch eine Plage.
    In die Stadt ziehen und sich über Straßen aufregen… Mütter: zieht doch aufs Dorf da ist auch alles öko und die Gören können 24 Stunden am Tag rumblöken und sich mit der Schippe auf die Köppe kloppen.
    Wir waren ja alle mal Kinder aber so inkompetent wie viele Eltern heute sind ist das kein Wunder was aus den Kindern wird, denn die sind ja eigentlich gar nicht “schuld” daran wie sie sind sondern ihre Eltern.

  • Gregor

    Blödsinn. Lärm ist nicht gleich Lärm, ebensowenig wie Stress gleich Stress ist. Typisch deutsches spießbürgerliches Denken – eindimensional und schwarz-weiß. Noch nie was von Eustress und Distress gehört, keine Ahnung von psychologischen Grundsätzen, aber Hauptsache die Physik vorschieben, um damit die eigene Engstirnigkeit udn Arroganz zu kaschieren.
    Wundert mich aber auch nicht, wenn ich Rassistensprüche wie “Wenn ich mir Prenzlauer Berg in Berlin anschaue, wo Schwabenmütter mit ihren Kindern wie die Heuschrecken eingefallen sind und einen ganzen bezirk gentrifiziert haben” – JA, das IST Rassismus! – lese, dann erwarte ich schon auch keine differenzierte Denkweise mehr.
    Wenn Lieschen Müller sich von künftigen Rentenzahlern in der Mittagsruhe gestört fühlt, sind die Kinder schuld. “Opa, zieh doch aufs Land, da blöken die dumme Bälger nich rum.”

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