Kinder-Doppelmord bei Stade wegen innerer Stimmen?

pixelio.de / Paul-Georg Meister

In der Nacht zum Samstag ereignete sich in dem kleine niedersächsischen Dorf Hammah bei Stade ein Familiendrama: eine 41jährige Mutter tötete ihre beiden 3 und 5 Jahre alten Töchter und fuhr anschließend zu Bekannten, denen sie gegen 01.30 Uhr berichtete, dass mit ihren Kindern “etwas Schlimmes passiert sei”. Diese alarmierten sofort Rettungsdienst und Polizei, die vor Ort aber nur noch den Tod der beiden Mädchen feststellen konnten. Die Mutter gestand inzwischen die Tat: “innere Stimmen” sollen sie zu der Bluttat gedrängt haben.

Das Bild, das die Rettungskräfte und das Morddezernat vorfanden: die beiden 3 und 5 Jahre alten Mädchen wurden offenbar im Bett gewürgt und anschließend mit mehreren Messerstichen erstochen. Die 41 Jahre alte Mutter versuchte sich anschließend selbst das Leben zu nehmen, erlitt aber keine lebensgefährlichen Verletzungen. Der getrennt von der Familie lebende 49jährige Vater erlitt bei der Nachricht über das Drama einen Schock und musste seelsorgerisch betreut werden.
Die Mutter war offenbar wegen Verfolgungswahn, Depressionen und Angstzuständen in ambulanter psychiatrischer Behandlung, doch das wahre Ausmaß ihrer Erkrankung war offenbar nicht erkannt worden. Die Behörden wussten nichts von ihrer Krankheit, und auch Einwohner des 3.000 Seelendorfs 10 Kilometer von Stade entfernt beschrieben die Frau als unauffällig, niemand ahnte etwas von dem Drama, das sich ereignen würde. Die Frau galt als offen und fürsorglich – eine Obduktion der beiden Kinder ergab nun allerdings, dass die Kinder nicht so optimal versorgt waren wie angenommen.
Die Mutter wurde per richterlicher Verfügung in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen, Gutachter werden nun klären müssen, ob die Tat tatsächlich durch einen Wahn motiviert war oder ob es sich dabei um eine Schutzbehauptung handelt, um das Strafmaß zu verringern oder eine psychiatrische Unterbringung statt einer Inhaftierung zu erwirken.
In Hammah machte sich Entsetzen und Fassungslosigkeit über die Tat breit – die Familie war im Dorf bekannt. Blumen, Kerzen und Karten wurden vor dem Mehrfamilienhaus abgelegt – zurück bleibt die Frage nach dem Warum, die wohl kein Gutachten der Welt und kein Richter je beantworten können wird…

Symbolfoto: pixelio.de / Paul-Georg Meister

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