Neue Facebook-Timeline: Jetzt auch Profile von Kindern genau prüfen

Im Februar ist es soweit: Facebook führt die neuen Nutzer-Profile verbindlich ein. Bislang konnten Facebook-Nutzer die neuen Profile in Gestalt einer Timeline zum Test freiwillig aktivieren, ab Februar wird dieses Feature für alle Mitglieder ausgerollt. Die Daten werden damit sehr viel deutlicher präsentiert als bisher – gerade Eltern sollten das zum Anlass nehmen, nicht nur ihre eigenen Profile, sondern auch die ihrer Kinder vorab gründlich zu checken und gegebenenfalls zu säubern.

Grundsätzlich erlaubt Facebook Kindern unter 12 Jahren keinen Zugang zu ihren sozialen Netzwerken. Kontrolliert wird das aber praktisch nicht, und nicht wenige Kinder tummeln sich schon mit 7 oder 8 Jahren bei Facebook. Schon bisher galt natürlich: teile nichts mit, was nicht öffentlich werden soll – egal wem. Künftig gilt es aber, noch sorgfältiger zu sein.

Was ändert sich mit der neuen Facebook-Timeline?

Neue Facebook-Timeline

So sieht die neue Timeline aus

Die neue Timeline reiht alle Statuseinträge, Fotos, Karten, Kommentare und dergleichen chronologisch geordnet aneinander. Verführerisch dabei: Die Nutzer können ab sofort auch Ereignisse vor ihrem Eintritt bei Facebook nachtragen, um so ein Lebensprofil zu erstellen. Für Facebook ergibt sich damit die Gelegenheit, personalisierte Werbung noch zielgenauer an den Mann zu bringen. Das ist aber nicht das Problem: personalisierte Werbung schadet niemand, sie kann sogar Mehrwert bieten und dient der Finanzierung des Netzwerkes, das komplett kostenlos ist.
Aus meiner Sicht als Internet-Marketer ist gegen personalisierte Werbung nichts einzuwenden – sie zwingt niemanden zum Kauf. Problematischer ist, dass künftig alle Daten, die einmal möglicherweise versehentlich für alle öffentlich gemacht wurden, nun auch auf einen Blick für jedermann sichtbar sind.

Worauf muss ich achten?

Grundsätzlich gilt für Kinder ebenso wie für Erwachsene in sozialen Netzwerken: teile nichts, was du nicht auch öffentlich auf der Straße erzählen würdest – egal an welche Gruppe. Denn die Daten werden un jedem Fall bei Facebook dauerhaft gespeichert, und schon mehrmals wurden Datenlecks bei Facebook bekannt – das gilt übrigens für alle sozialen Netzwerke.
Gerade Kinder sollten niemals Daten preisgeben, die Dritten die Möglichkeit geben, sie aufzuspüren: allzu aktuelle Fotos sollten ebensowenig in sozialen Netzwerken geteilt werden wie Orts- oder gar Adressangaben. Auch sollten sich Eltern dreimal überlegen, ob das Bikini-Foto von der Tochter aus dem letzten Urlaub wirklich unbedingt ins Internet muss. Allzu schnell kursieren solche Fotos in Kreisen, wo wirklich niemand die Bilder seiner Kinder haben möchte.

Wie kann ich die Sichtbarkeit kontrollieren?

Im unteren Bereich des neuen Profilbanners bietet Facebook einige Einstellungen. Neben den Punkten “Informationen bearbeiten” und “Aktivititätenprotokoll” ist ein Zahnrad, das bei Klick darauf die Option “Anzeigen aus der Sicht von…” aufklappt. Klickt darauf, um zu sehen, wie Nicht-Freunde das Profil sehen und welche Daten sie hier bekommen. Daten, die ihr dort nicht haben wollt, könnt ihr einzeln löschen, indem ihr auf den Pfeil rechts oben neben dem Eintrag klickt und Sichtbarkeiten ändert oder sie ganz entfernt. Zudem bietet Facebook in den Privatsphäre-Einstellungen, die ihr rechts oben unter dem Pfeil (neben dem Menüpunkt “Startseite”) findet, die Möglichkeit die Sichtbarkeit älterer Beiträge zu ändern (Direktlink).

Ist die neue Timeline wirklich so gefährlich?

Im Gegenteil: die neue Timeline bei Facebook macht zwar erst einmal Arbeit, keine Frage. Ihr habt nun aber die Gelegenheit, genauer hinzusehen, was ihr eigentlich veröffentlicht und was eure Kinder in Facebook veröffentlichen. Nutzt die Chance und schottet eure Profile ab – es empfiehlt sich, so wenig Informationen wie möglich öffentlich zu machen. Dazu gehören nicht nur Fotos der Kinder, sondern auch mögliche Statuseinträge oder Fotos, die nicht bekannt werden sollten. Die meisten Arbeitgeber schütteln zwar angesichts der Mär vom googlenden Personalchef bei Bewerbungen ungläubig den Kopf und fragen sich, wie sie dafür die Zeit aufbringen sollten, generell wisst ihr aber nie sicher, ob ihr solche Informationen in 10 Jahren auch noch lesbar haben wollt. Wie bereits erwähnt, ist gerade für Kinder ein extrem wichtiger Leitsatz:

Teile nichts, was du nicht auch öffentlich auf der Straße oder im Bus erzählen würdest – egal mit wem!

Denn es gibt keine Garantie, dass die Daten innerhalb dieser Gruppen bleiben – schon allzu oft kamen sensible Informationen durch versehentlich falsch gewählte Privatsphäre-Einstellungen an die Öffentlichkeit, und nicht selten ist der Schaden groß, zumindest gibt es aber regelmäßig Erklärungsnot.

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