Wenn das Kind krank ist und Medikamente verschrieben bekommen, müssen Eltern auf das Urteil des Arztes vertrauen, was das Beste für ihr Kind ist. Allerdings bringt eine aktuelle Studie der Bertelsmann – Stiftung beunruhigendes zu Tage. Demnach bekommen Kinder weit häufiger Antibiotika verschrieben, als wirklich nötig.Antibiotikum als Allheilmittel
Bei bakteriellen Infektionen ist ein Antibiotikum häufig das letzte Mittel, um den Infektionen Herr zu werden. Wirken können dies allerdings nur, wenn sie gezielt eingesetzt werden. Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung, die sich im Wesentlichen auf Daten der großen Krankenkassen stützt, werden Kindern jedoch weit häufiger Antibiotika verschrieben, als Erwachsenen. So wurde beispielsweise bundesweit gesehen jedem zweiten Kind zwischen drei und sechs Jahren mindestens ein Antibiotikum pro Jahr verabreicht, bei den Erwachsenen war es nur jeder Dritte.
Auch regional zeigen sich Unterschiede. In Sachsen – Anhalt beispielsweise wurden die meisten Antibiotika in der Altersgruppe der 0 bis 17 jährigen verordnet, gefolgt vom Saarland und Thüringen. Die wenigsten wurden in Schleswig – Holstein, Bremen und Baden – Württemberg verordnet.
Einsatz auch bei Viren
Antibiotika sind wirksam bei akuten bakteriellen Infektionen, nicht aber bei Virusinfekten. Die Studie der Bertelsmann Stiftung allerdings zeigt, dass häufig Antibiotika zum Einsatz kommen bei einer fiebrigen Erkältung, Grippe und grippalem Infekt. Hierbei allerdings handelt es sich um Virusinfektionen, bei denen die Gabe eines Antibiotikums nicht angeraten ist. Auch die Gabe von Antibiotika bei einer akuten Mittelohrentzündung ist nur dann angeraten, wenn es sich tatsächlich auch um eine eitrige Mittelohrentzündung handelt.
Aufklärung nötig!
Die Gefahren einer übermäßigen Verabreichung von Antibiotikum liegen in der Entwicklung einer Resistenz gegen das Antibiotikum. Schon heute gibt es bakterielle Erreger, die resistent gegen Antibiotikum sind. Die Studie kommt daher zu dem Schluss, dass Patienten besser über Risiken und Nebenwirkungen bei der Vergabe von Antibiotikum aufgeklärt werden sollten und vor allen Dingen auch Aufklärung erfahren sollten, wann ein Antibiotikum angeraten ist und wann eher nicht.
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Danke sehr für den Artikel, ich habe Sie auch auf Facebook und Twitter empfohlen. Es ist sehr gut geschrieben. Jana