Noch immer zu wenig Krippenplätze- 10 Punkte Plan soll helfen

Fünf Jahre Zeit scheinen nicht genug, jedenfalls, wenn es den Ausbau der Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren gilt. Zwar wurde 2008 im Kinderförderungsgesetz beschlossen, dass bis zum 1. August 2013 Eltern von Kindern unter drei Jahren einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Krippe, beziehungsweise ein Betreuungsangebot in einer Kita oder bei einer Tagesmutter haben, sieht die Realität anders aus. Schätzungen gehen von derzeit 130.000 bis 260.000 fehlenden Plätzen aus.

Dornröschenschlaf

Mit einem Zehn-Punkte-Programm will Ministerin Schröder jetzt, knapp ein Jahr vor dem Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz für unter dreijährige, den Ausbau der Kitas beschleunigen. Bestandteile sind dabei unter anderem die Vergabe von zinsgünstigen Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau von 350 Millionen Euro für Kommunen und Träger, die Förderung von Betriebskindergärten, aber auch eine befristete Senkung des Baustandards. All diese Maßnahmen sollen in den nächsten knapp 15 Monaten einen Ausbau schaffen, bei dem in den letzten drei Jahren sich wenig bewegte. Nur wenige Bundesländer haben den Ausbau der Betreuungsplätze kontinuierlich betrieben. Während viele östliche Bundesländer mit einer Quote von 44 bis 56 Prozent den Ausbau längst geschafft haben, hängen westliche Bundesländer wie beispielsweise Nordrhein-Westfalen mit knapp 16 Prozent und Niedersachsen mit rund 18 Prozent weit hinterher. Wie viele Plätze genau fehlen, dabei gehen die Zahlen weit auseinander. Während Familienministerin Schröder von knapp 130.000 Plätzen spricht, gehen weniger optimistische Schätzungen von bis zu 260.000 fehlenden Plätzen aus.

Quantität via Qualität

Sollte der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz nicht erfüllt werden, so wird eine Prozesslawine ins Rollen kommen. Besondere Kritik muss sich die Ministerin daher auch von der Opposition gefallen lassen, die die Unsinnigkeit des geplanten Betreuungsgeldes finanziell gegenrechnet. So rechnete SPD Chef Gabriel vor, für die zwei Milliarden, die das Betreuungsgeld kosten würde, könnten bis zu 200.000 neue Krippenplätze geschaffen werden. Geld müsse zudem in die Qualifizierung von Erzieherinnen investiert werden.

Es darf nicht geschehen, dass Krippen zu einem „Aufbewahrungshort“ verkommen, in denen pädagogische Bildungs- und Förderungsinhalte nicht mehr umgesetzt werden können. Wo jedoch die Priorität der Ministerin liegt, zeigt die Gegenüberstellung der 350 Millionen für den Krippenausbau zu 2 Milliarden für das Betreuungsgeld.

Quelle

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