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Berlin: Café sperrt Kinderwagen mit Poller aus

Foto: T. Hermann

Es ist ein gewöhnlicher Mittwochmorgen im belebten Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg, der insbesondere von jungen Familien bevölkert wird. Es ist 10:30 Uhr, das Café namens The Barn Roastery, das hier erst jüngst eine Filiale eröffnet hat, ist geschlossen. Innen tagt das Personal – es gibt hier wohl einiges zu klären. Außen wartet neben mir ein Journalist von der dpa. Wir sind beide nicht in die Schönhauser Allee gereist, um den möglicherweise wirklich exzellenten Café zu genießen. Warum wir hier sind: 170 Kilogramm Beton in Form eines Pollers namens Pollino. (weiterlesen …)

Kein Bild bei Facebook, dann auch keine Lesung

Kinderbilder im Internet finden sich überall. Nicht alle Eltern jedoch gehen so freizügig mit den Schnappschüssen ihres Nachwuchses um. Weil sich einige Eltern einer Grundschule in Braunlage im Harz weigerten Bilder ihrer Kinder auf der Facebookseite der Schule veröffentlichen zu lassen, schloss die Schule die betroffenen Kinder einfach vom Unterricht aus. (weiterlesen …)

Argyll and Bute: Wie eine Gemeinde den Blog eines Kindes zensieren wollte

http://neverseconds.blogspot.co.uk/

Donnerstag, 14. Juni 2012, in der Grundschule von Lochgilphead, das im schottischen Distrikt Argyll and Bute nahe der schottischen Highlands idyllisch am Loch Lomond gelegen ist. Die neunjährige Martha Payne sitzt im Mathematik-Unterricht. Seit Ende April 2012 betreibt sie ihren eigenen Blog NeverSeconds, in dem sie das Kantinenessen der Grundschule in Lochgilphead dokumentiert, fotografiert und bewertet. Die Schulleiterin kommt herein und bittet Martha in ihr Büro.

Im Büro eröffnet sie Martha, dass die Distriktverwaltung von Argyll and Bute ihr mit sofortiger Wirkung verbietet, ihr Schulessen zu fotografieren und die Bilder in ihrem Blog zu veröffentlichen. Martha fällt aus allen Wolken, ihr Vater schaltet sich ein. Martha, die den Blog zu dem Zweck aufgesetzt hat, Missstände aufzuzeigen, Verbesserungen anzuregen und mit NeverSeconds zudem ein Charity-Projekt finanziell unterstützt hatte, schreibt währenddessen sichtlich erschüttert ein Abschiedsposting in ihrem Blog. Nachdem der Blog durch seine außergewöhnlichen Umstände, insbesondere Marthas Alter und ihr Engagement, bereits recht große Bekanntheit auch in großen UK-Medien erfahren hatte, dauert es nicht lange, bis sich die Nachricht von der Zensur an einer Neunjährigen wie ein Lauffeuer durch Medien und Internet verbreitet. Ein Sturm der Entrüstung brandet weltweit auf, als die BBC das Thema aufgreift und schwere Vorwürfe gegen den Council von Argyll and Bute erhebt. Die Leitungen der Distriktverwaltung und der Schule beginnen zu glühen, auf Twitter wird der Account von Argyll and Bute zahllose Male erwähnt und mit Vorwürfen überschüttet.

Die Wendung

Am frühen Nachmittag veröffentlicht der Council von Argyll and Bute eine erste Stellungnahme auf seiner Webseite: Man habe, ausgehend von der teils sehr negativen Berichterstattung durch die Medien über die Schulkantine, die auf Marthas Blog NeverSeconds beruhte, negative Auswirkungen auf Mitarbeiter der Schulkantine befürchtet. Anstatt Missstände zu verbessern, die Martha deutlich aufgezeigt hat, wurde also kurzerhand eine Informationssperre verhängt – klassische Zensur. Dass dieses Statement nicht zur Beruhigung der Lage und zur Deeskalation beitrug, versteht sich von selbst. Eine Stunde später dann die erlösende Nachricht: Der Leiter des Distrikts hat sich eingeschaltet. Das Verbot wurde mit sofortiger Wirkung aufgehoben, Martha darf weiterhin bloggen und dabei Bilder von ihrem Essen veröffentlichen.

Repressalien statt Ermutigung

Es ist eine Schande, wie Kinder in ihrem Engagement gebremst werden, um negative Auswirkungen zu unterdrücken – die letztlich nicht negativ gewesen wären. Statt sie zur Partizipation und zur Teilnahme am politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben zu ermutigen, werden sie mit Repressalien belegt, sobald ihre Aktivitäten unbequem werden. Die Lektion, die Martha dabei möglicherweise viel zu früh lernen musste: wer etwas verändern möchte, gilt sofort als Querulant. Oder um es mit den Worten der Ärzte auszudrücken: “Und wenn du etwas ändern willst, dann bist du automatisch Terrorist…” (Die Ärzte, Deine Schuld).

Der Streisand-Effekt

Die Sache hat auch eine positive Seite, mit der wir schließen möchten (für Martha, nicht für den Council von Argyll and Bute, dessen Imageschaden kaum wiederherzustellen ist): durch die weltweite mediale Aufmerksamkeit schossen die Klickrate auf ihren Blog NeverSeconds und die Spendenseite, deren Erlös an das Projekt Mary’s Meals fliesst, um ein Vielfaches in die Höhe. Bis heute hat Martha für Mary’s Meals, das Schulküchen für Drittwelt-Länder finanziert, knapp 75.000 Britische Pfund, umgerechnet über 90.000 Euro, gesammelt!

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OECD übt scharfe Kritik am geplanten Betreuungsgeld

Nicht nur innerhalb der eigenen Koalition oder innerhalb des eigenen Landes ruft das von der Bundesregierung geplante Betreuungsgeld, welches Eltern von Kindern unter drei Jahren gezahlt werden soll, wenn sie auf staatliche Betreuungsangebote verzichten, Kritik hervor. Auch die OECD übt harsche Kritik an der geplanten Herdprämie. (weiterlesen …)

Noch immer zu wenig Krippenplätze- 10 Punkte Plan soll helfen

Fünf Jahre Zeit scheinen nicht genug, jedenfalls, wenn es den Ausbau der Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren gilt. Zwar wurde 2008 im Kinderförderungsgesetz beschlossen, dass bis zum 1. August 2013 Eltern von Kindern unter drei Jahren einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Krippe, beziehungsweise ein Betreuungsangebot in einer Kita oder bei einer Tagesmutter haben, sieht die Realität anders aus. Schätzungen gehen von derzeit 130.000 bis 260.000 fehlenden Plätzen aus. (weiterlesen …)

Die Herdprämie kommt ins Rollen

In der eigenen Koalition umstritten, von Verbänden scharf kritisiert, die Rede ist vom Betreuungsgeld. Dennoch hält Familienministerin Schröder weiterhin an der so genannten Herdprämie, die allen Eltern, die ihr Kind in den ersten drei Jahren selbst betreuen, zukommen soll, fest. (weiterlesen …)

Autositze im Test: Sieben sind mangelhaft

Bild: Albrecht E. Arnold/pixelio.de

Wenn Familien mit ihren Kindern im Auto unterwegs sind, ist es egal, ob sie 5 Kilometer oder 500 Kilometer fahren, Sicherheit ist oberstes Gebot. Leider jedoch können Eltern den Kindersitzen nicht ansehen, ob sie im Falle eines Unfalls auch wirklich schützen. Zum Glück gibt es alljährlich den Crashtest von ADAC und Stiftung Warentest, in diesem Jahr mit erschreckenden Ergebnissen. Ganze sieben Autositze für Kinder fielen im Test durch. (weiterlesen …)

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