diabetesDE mit Protestaktion

Vor dem Bundesgesundheitsministerium in Berlin haben mehrere hundert Kinder und Jugendliche, die an Diabetes Typ1 leiden, mit ihren Familien gegen die diskutierte Streichung der Erstattungsfähigkeit von kurz wirkenden Insulinanaloga demonstriert. Dazu hatten der Deutsche Diabetiker Bund und die Diabetiker-Vereinigung „diabetesDE“ aufgerufen, um auf die damit verbundenen Folgen aufmerksam zu machen. Unterstützt wurde die Demo von Ärzten, Selbsthilfegruppen und Elterninitiativen. Abgesandte des Protestmarsches übergaben dem Ministerium eine Petition mit über 5.000 Unterschriften, um die negative Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zu verhindern.

Es würde keinen Grund mehr geben, dass die Gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die kurz wirksame Insulinanaloga für Diabetes Typ-I bezahlen, wurde in einem Gutachten von der G-BA festgestellt. Die behandelten Patienten müssten auf Humaninsulin umgestellt werden, wenn die Entscheidung Gesetzeskraft erlangen sollte.

In Deutschland sind an Diabetes Typ-I etwa 25.000 Kinder und Jugendliche erkrankt. Das kurz wirksame Analoginsulin nutzen über die Hälfte der erkrankten jungen Menschen. So flexibel wie möglich können diese ihren Tagesablauf bestimmen. Selbst spielen und sportliche Tätigkeiten können sie spontan wahrnehmen, weil das kurz wirksame Insulinanaloga sehr schnell wirkt. Per Knopfdruck können die jungen Menschen mit einer Insulinpumpentherapie sich die benötigte Dosis verabreichen. Das Analoginsulin aus eigener Tasche zu bezahlen ist für die meisten Familien nicht möglich, erklärte  Professor Dr. med. Thomas Danne von „diabetesDE“ und Präsident der Deutschen Diabetes-Gesellschaft. Es würde auch zu Komplikationen kommen, wenn alle Kinder auf das erstattungsfähige Humaninsulin umgestellt werden, hieß es im Zusammenhang mit der Demonstration.

Quelle

Foto: diabetesDE

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