Eine Weihnachtsgeschichte zum Mitmachen

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Foto: Tony Crescibene / flickr.com

Am Weihnachten kommt die Familie unter dem Weihnachtsbaum zusammen. Neben Weihnachtsliedern und Gedichten, vorgetragen von Eltern, Großeltern und natürlich den Kindern, ist es in vielen Familien Tradition, eine Weihnachtsgeschichte vorzulesen. Mit unserer Weihnachtsgeschichte zum Mitmachen, wird dabei das Warten auf das Christkind oder den Weihnachtsmann schnell zur Nebensache.

Einer Weihnachtsgeschichte zuzuhören kann für Kinder schnell langweilig werden. Nicht so, wenn die Kinder aktiv in das Geschehen eingebunden werden. Dies ist mit einfachsten Mitteln zu erreichen. Zunächst einmal braucht es eine Geschichte. In der Geschichte werden bestimmte Schlüsselwörter mit Geräuschen, wenn gewünscht auch zusätzlich Gesten belegt. Wann immer der Vorleser nun eines dieser Schlüsselwörter vorliest, muss das Geräusch entsprechend erklingen. In der nachfolgenden Weihnachtsgeschichte sind die nachfolgende Wörter mit Geräuschen belegt. Viel Spaß beim Vorlesen und Mitmachen.

 

Tannenbaum: Holzbausteine gegeneinander klacken

Weihnachtsmann: Ho-Ho-Ho rufen

Schlitten: Hui! Rufen

Kerze: Triangel leicht schlagen

Glöckchen: Glöckchen klingen

Engel: über ein Kinderglockenspiel streichen

Stern: heller Ton zb Xylophon

Reh: Kastagnetten oder Nussschalen klacken

Eichhörnchen: über eine Trommel streichen oder die Handflächen aneinander reiben

Hund: Wau Wau rufen

Holzfäller: mit den Füßen stampfen

 

Der kleine Tannenbaum

Es war einmal ein kleiner Tannenbaum, der auf einer kleinen Lichtung mitten im dichten Tannenwald wuchs. All die großen Tannen um ihn herum waren schön gewachsen, buschig und groß, nur er selbst war ein wenig schief, klein und auch seine Zweige waren ein wenig unregelmäßig verteilt.

Als der Winter kam, da wurden die großen und schön gewachsenen Bäume unruhig und der kleine Tannenbaum hörte sie wispern und aufgeregt miteinander tuscheln. Von der Weihnacht hörte er sie flüstern, vom goldenen Engel und dem Weihnachtsmann, der mit seinem Schlitten durch die Lüfte fliegt.

Weihnachtsbäume wollten sie werden, die großen Tannen mit ihrem schönen und ebenmäßigen Wuchs. „Ob ich auch ein Weihnachtsbaum werden kann?“ dachte der kleine Tannenbaum bei sich und versuchte, sich ein kleines bisschen gerader hinzustellen und sich ein kleines bisschen in die Höhe zu recken. Als die großen Bäume das sahen, lachten sie. „Du willst ein Weihnachtsbaum sein?“ fragte höhnisch der eine. „An dir würde nicht einmal eine Kerze oder ein Glöckchen Platz finden!“ spottete ein anderer. Der kleine Weihnachtsbaum wurde sehr traurig und fast schien es, als ließe ihn der Spott und Hohn der anderen noch ein wenig kleiner werden und noch ein wenig schiefer.

Als dann das Weihnachtsfest nahte, kamen Holzfäller auf die kleine Lichtung. Stolz reckten die großen Tannen sich in die Höhe und der kleine Tannenbaum konnte hören, wie die Holzfäller anerkennend nickend zueinander sprachen: „Schau nur, dieser hier drüben wird ein wundervoller Weihnachtsbaum werden! Wenn am Weihnachtstag die Kerzen entzündet werden und er mit Lametta und Glöckchen geschmückt in der Stube steht, dann wird er der prächtigste Baum der ganzen Stadt sein.“ „Aber nein!“ entgegnete ein anderer, „schau doch diesen hier an! Wenn am Weihnachtstag die Kerzen an seinen Zweigen flackern, so wird es erscheinen, als sei würden tausende Sterne an ihm glänzen, so prachtvoll ist er.“ Den kleinen Tannenbaum beachtete keiner der Holzfäller, nur ein Hund, der die Männer begleitete, schnüffelte zaghaft an seinem Stamm. „Warum bist du so traurig kleiner Baum?“ fragte der Hund. „Ach,“ entgegnete der kleine Tannenbaum „schau doch, wie alle die großen und so prächtigen Bäume anschauen und bewundern! Ich hingegen bin klein und unscheinbar, niemals werde ich prachtvoll sein und ein Weihnachtsfest erleben.“ Verträumt blickte der kleine Tannenbaum zu den Holzfällern hinüber. „Es muss wunderschön sein, ein Weihnachtsbaum zu sein.“ „Vielleicht im nächsten Jahr…“ versuchte der Hund den kleinen Baum aufzumuntern, doch dieser ließ nur traurig die schiefen Äste hängen.

Als die Holzfäller munter singend ihre Weihnachtsbäume schulterten und diese heim trugen, wurde es wieder still auf der kleinen Lichtung im Wald. Verstohlen luckte ein Eichhörnchen zwischen zwei Zweigen hervor. Es hatte das Gespräch zwischen dem Tannenbaum und dem Hund belauscht. Nachdenklich schaute es auf den kleinen Tannenbaum und huschte dann geschwind davon, um seinen Freund, dass Reh zu suchen. Es fand es an einer Futterkrippe. „Freund Reh,“ sprach das Eichhörnchen, „ bald ist Weihnachten und ich finde, wir Tiere sollten auch unser Fest feiern!“ Verblüfft schaute das Reh das Eichhörnchen an und überlegte. Warum eigentlich nicht? Im letzten Winter, als das Reh noch ein kleines Kitz gewesen war, hatte es sich einmal an den Rand der Stadt geschlichen und dort in ein Fenster geschaut. Dort hatte es die Menschen gesehen, wie sie um einen prächtig geschmückten Tannenbaum saßen, an dessen majestätischen Zweigen die Kerzen mit den Sternen um die Wette gestrahlt hatten. Hoch oben an der Spitze des Baumes hatte das junge Reh einen wunderschönen Engel thronen sehen. Bei der Erinnerung wurde dem Reh ganz warm ums Herz und es nickte dem Eichhörnchen zu. „Weihnachten ist wunderschön Freund Eichhörnchen“, sagte es. „Doch wie können wir denn Weihnachten feiern? Ist es nicht ein Fest der Menschen?“ Das Eichhörnchen kicherte: „Aber nein! Wir brauchen nur einen Weihnachtsbaum…“ es machte eine bedeutungsvolle Pause, „und ich kenne da zufällig einen kleinen Tannenbaum auf einer wunderschönen Waldlichtung, der sich nichts sehnlicher wünscht, als einmal ein Weihnachtsbaum zu werden.“

Und so geschah es, dass sich in diesem Jahr auf einer kleinen Lichtung inmitten eines dichten Tannenwaldes gar wundersames zutrug. Es war der Heilige Abend. Der Schnee fiel in sanften Flocken zur Erde, als plötzlich die Stille der Lichtung von einem leisen Laut durchbrochen wurde. Ein kleines Eichhörnchen hüpfte behende durch den Schnee, der die Zweige des kleinen Tannenbaumes, der dort wuchs, mit einem weißen glitzernden Kleid bedeckt hatte. In seinen Pfoten hielt es allerlei Nüsse, die es vorsichtig auf den Zweigen des kleinen Baumes verteilte. Staunend hielt der kleine Tannenbaum ganz still und versuchte, seine Zweige ein wenig gerader zu strecken. Kurz nach dem Eichhörnchen stolzierte ein Reh auf die Lichtung, begleitet von dem hellen Klingen einiger Glöckchen, die es in seinem Maul trug. Das Eichhörnchen half dabei, auch diese an die Zweige zu hängen. Die zwei Tiere traten einen Schritt zurück, begutachteten ihr Werk und lächelten, als sie plötzlich erschrocken herumfuhren. Durch den Schnee auf leisen Pfoten war der Hund herangekommen. Er hatte den kleinen Tannenbaum nicht vergessen. Bei sich trug er einige Kerzen, die er auf dem Hof heimlich stibitzt hatte. Auch diese wurden auf den Zweigen verteilt. Jetzt sah der kleine Tannenbaum schon wie ein richtiger Weihnachtsbaum aus, nur das Funkeln des Kerzenscheins fehlte. Den Tieren aber war das egal, für sie war ihr Weihnachtsbaum der schönste auf der ganzen Welt. Und noch während sie den kleinen Tannenbaum anschauten, hörten sie plötzlich das leise Klingen von vielen Glöckchen, das immer lauter wurde. Ein kleiner Engel mit goldenem Haar erschien vor ihnen und lächelte sanft. Vorsichtig hob der Engel die Hand, hob sie zum Mund und blies sanft darüber, so dass sich wie tausende kleiner Sterne auf den Zweigen des kleinen Tannenbaumes niederließen, die funkelten und glänzten. Die Kerzen entzündeten sich unter der Magie der Sterne, die Glöckchen am Baume wiegten sich sanft. Voller Staunen blickten das Reh, der Hund und das Eichhörnchen auf ihren kleinen Tannenbaum, der sich auf solch magische Weise zu einem Weihnachtsbaum verwandelt hatte. Und während unten auf der kleinen Lichtung im dichten Tannenwald der Zauber der Weihnacht über die Lichtung legte, zog hoch über ihnen der Weihnachtsmann in seinem Schlitten über sie hinweg.

Fröhliche Weihnachten.

 

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