Es leuchten zu Sankt Martin wieder die Laternen

Bild: flickr.com/ Anfuehrer

Der Herbst ist wieder die Zeit des Laternenlaufens. In vielen Gegenden Deutschlands wird dies traditionell am 11. November zelebriert, dem Martinstag. Wer aber war der heilige St. Martin und warum wird an diesem Tage eigentlich Laterne gelaufen?

In der dunklen Jahreszeit ist es immer wieder für Eltern und Kinder gleichermaßen wundervoll, mit Laternen und Kerzen durch die Gassen zu ziehen und Lieder zu singen. In sehr vielen Regionen finden diese Umzüge am 11. November, dem Martinstag statt. Die Tradition, ein Lichter- oder eben Laternenfest an diesem Tag zu feiern, geht zurück auf den heiligen Martin von Tours, dem Schutzheiligen der Armen, Reiter und Soldaten. Das „Tragen der Lichter“ entstand dabei angeblich daher, da der Leichnam des Heiligen St. Martin in einer Lichterprozession mit einem Boot nach Tours überführt wurde, wo er beigesetzt wurde.

Ein reichhaltiges Brauchtum ist um den Martinstag entstanden, dessen Wurzeln teilweise in vorchristlicher Zeit oder unchristlichen Hintergrunds waren. So war der Martinstag traditionell der Tag, an dem der Zehnt oder die Pacht des Jahres abgeführt wurde. Da dies meist früher unter anderem in Naturalien wie lebenden Gänsen geschah, rührt unter anderem wohl auch daher die Tradition der Martinsgans. Doch auch der Heilige Sankt Martin soll einen engen Bezug zur Gans gehabt haben. Als die Einwohner der Stadt Tours ihn im Jahr 371 zum Bischof ernennen wollten, soll sich der Heilige, da er sich dessen als unwürdig fand, in einem Gänsestall versteckt haben. Die aufgeregt schnatternden Gänse aber verrieten ihn, so dass er schließlich doch geweiht wurde.

Die Kinder, die zu Sankt Martin mit Umzügen durch die Straßen ziehen, werden meist begleitet von einem Martinsreiter, der in einen halben Umhang und wie ein römischer Soldat gekleidet ist. Dies symbolisiert die wohl berühmteste und bekannteste Legende zum Heiligen St. Martin, die Mantelschenkung. Angeblich soll der Heilige an einem kalten Winterabend seinen wärmenden Umhang mit einem armen und nackten Bettler geteilt haben. In der Nacht darauf sei ihm Christus im Traum erschienen, gekleidet in eben jenen halben Umhang.

Für die Kinder allerdings viel interessanter und aufregender als alle Hintergründe und Bräuche ist sicherlich das Tragen der Lichter und Laternen sowie die reichhaltigen Gaben wie beispielsweise Weckmänner aus Hefeteig, süße Brezeln oder Kekse in Form von Martinsgänsen.

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