Fieber bei Kindern: Fieber senken oder nicht?

Foto: Pixelio.de / Simbamo

Besonders in der Übergangszeit ist es schnell passiert: durch schwankende Temperaturen wird das Wetter unterschätzt, die Kleidung dementsprechend für wärmeres Wetter gewählt, und schon hat man ein krankes Kind zuhause. Zu lästigen Schniefnasen gesellt sich dann häufig ein Anstieg der Temperatur, der bei vielen Eltern zu Verunsicherung führt – insbesondere auch dadurch, dass unterschiedliche Meinungen über den Umgang mit fiebernden Kindern kursieren. Was tun, wenn die Temperatur steigt?

Zunächst ist Fieber eine Begleiterscheinung, keine Erkrankung. Ein Temperaturanstieg ist bei einem Kind mit einem Infekt sogar primär als gutes Zeichen einzustufen: die Immunabwehr des Kindes funktioniert. Nur Säuglinge sollten mit deutlich erhöhter Temperatur über 37,5 Grad Celsius sofort dem Kinderarzt vorgestellt werden, bei Kindern ab dem Kleinkindalter kann die Temperatur zunächst beobachtet werden. Bei Temperaturen bis 38,5 Grad Celsius reicht es aus, das Kind zu beobachten und immer wieder die Temperatur zu messen – wichtig ist hierbei, immer an derselben Stelle zu messen, da die Körpertemperaturen je nach Messort um bis zu 0,5 Grad Celsius variieren. Wird zu Beginn unter den Achseln gemessen, muss auch weiterhin dort gemessen werden und nicht plötzlich rektal. Ab 39 Grad Celsius sollte in jedem Fall ein Arzt konsultiert werden – bis dahin ist ein Arztbesuch nur notwendig, wenn sich das Kind abnorm verhält und völlig apathisch wird.

Fiebersenkung sollte nur nach ärztlicher Absprache erfolgen – und dann nach seiner Anweisung. So mancher Fieberkrampf, der zunächst sehr dramatisch aussieht, in Wirklichkeit aber meist harmlos ist, wurde unbewusst mit von den Eltern verschuldet. Ein Fieberkrampf resultiert nicht aus einer zu hohen Temperatur, sondern aus einer zu rapiden Temperaturveränderung. In der Rettungsdienst-Praxis kommt es desöfteren zu Einsätzen, weil Eltern versucht haben, die Temperatur mittels starker Paracetamol-Gaben zu senken. Sinkt es zu schnell, kommt es im Gehirn zu Fehlschaltungen. Ein Fieberkrampf sieht für die Eltern grausam aus, dennoch gilt es auch dann, ruhig zu bleiben – normalerweise endet der Krampf nach 2-3 Minuten ohne Folgen. Daher gilt grundsätzlich, Fieber nur nach dem Rat des Kindesarztes zu senken und das Fieber nicht als Feind zu betrachten.

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