Geduldsprobe während der Trotzphase

Es gibt viele schwierige Phase in der Entwicklungszeit unserer Kinder, doch eine der anstrengendsten ist sicher die Trotzphase, die etwa im Alter von zwei Jahren beginnt. Das Kleinkind wird urplötzlich stur und eigenwillig und strapaziert damit die Nerven der Eltern doch sehr stark.

Sobald Kinder sich durch Krabbeln oder Laufen fortbewegen können, wird ihnen bewusst, was sie alles erreichen können, und sie möchten ganz alleine entscheiden, was sie wie, wo und wann machen. Das Kind lernt in dieser Zeit enorm viel Neues, die Kontrolle der Emotionen kann mit diesem Tempo jedoch nicht Schritt halten, deshalb kommt es zu den gefürchteten Wutausbrüchen.

Wichtige Lerneffekte für das Kleinkind

Die Trotzphase stellt also einen ganz wichtigen Lernprozess dar, denn das Kleinkind entdeckt seine soziale Intelligenz und muss den richtigen Umgang damit noch lernen. Das Kind lernt, dass es nur lange genug durchhalten muss, um etwas zu erreichen. Für die Eltern ist das extrem anstrengend, aber nur so kommen die Kleinen gut durch ihre ersten Lebensjahre.

Im Kindergarten und später in der Schule müssen sie lernen, sich gegenüber anderen zu behaupten und sich durchzusetzen. Die Kinder lernen mit Frust und Stress umzugehen und sich an Regeln zu halten, wichtige Voraussetzungen für das Zurechtkommen in der Gesellschaft, nach und nach wird das Selbstbewusstsein gestärkt. Man muss auch wissen, dass die Kleinkinder dadurch niemanden verletzen oder beleidigen möchten. So sollte man diese Anfälle niemals persönlich nehmen und so gut wie möglich darüber hinwegsehen.

Sicher müssen wir als Eltern während der Entwicklung immer wieder Grenzen setzen, das ist für die Kinder auch enorm wichtig. Doch im Trotzalter werden die normalen Regeln etwas außer Kraft gesetzt, und auch diese Phase geht irgendwann schließlich wieder vorüber, in der Regel spätestens bis zum vierten Geburtstag. Eltern müssen nicht befürchten, dass Kinder zu Egoisten heranreifen, wenn man in der Trotzphase nicht hart genug durchgreift, das haben viele Studien eindeutig bewiesen.

Der Umgang mit dem Kind in der Trotzphase

Wenn man das Trotzalter als Lernphase begreift, dann fällt der richtige Umgang mit dem Kind viel leichter. Auch wenn uns die Kinder immer wieder auf eine große Geduldsprobe stellen, extreme Strenge und Bestrafung wären absolut fehl am Platz. Das erhitzt die Gemüter noch zusätzlich, und letzten Endes ist niemandem damit geholfen. Man sollte also nur hart durchgreifen, wenn es sich wirklich um sehr wichtige Dinge handelt, alles sollte man also auch nicht durchgehen lassen. Dennoch ist es hilfreich, wenn man so oft wie möglich auch ein Auge zudrückt und versucht, gelassen zu bleiben, zumindest nach außen hin.

Das Kleinkind testet seine Grenzen aus und versucht sich durchzusetzen, das müssen wir akzeptieren und ihm in dieser Phase trotz aller Schwierigkeiten liebevoll zur Seite stehen. Liebevolle Konsequenz sollte also das Motto sein, ständiges Nachgeben wäre auch der falsche Weg. Dann würden die Kleinen sich merken, dass sie nur lange genug Theater machen müssen, um ihren Willen durchzusetzen. Der goldene Mittelweg ist wie immer richtig. Das fällt anfangs sicher schwer, doch auch Eltern lernen dazu und wachsen an dieser schwierigen Phase.

Auch wenn es unheimlich schwer fällt, sollten Eltern die Kontrolle behalten und Ruhe bewahren, schließlich dauert ein Anfall selten länger als einige Minuten. Sobald man bemerkt, dass die Frustration beim Kind langsam in einen Wutanfall überzugehen droht, sollte man seine Aufmerksamkeit möglichst auf etwas ganz anderes lenken. Dem Kleinkind kann man zeigen, dass es seine Wut auch anders ausdrücken und Aggressionen abbauen kann. Das gelingt zum Beispiel durch Toben an der frischen Luft, trommeln, auf ein Kissen schlagen oder wild durchs Zimmer zu tanzen.

Wichtig ist, dass man sich immer wieder gleich versöhnt, sobald die dunklen Wolken vorüber gezogen sind, Groll und Ignoranz sind absolut nicht angebracht. Am besten wird noch einmal über den Vorfall gesprochen, aber dabei sollte man es dann auch bewenden lassen, denn Kinder sind in diesem Alter in der Regel auch nicht nachtragend, so dass man kein tagelanges Schmollen befürchten muss.

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