Glutenunverträglichkeit bei Kindern

Wenn das eigene Kind häufig über Bauchschmerzen klagt, und eventuell auch Durchfall, Blähungen Übelkeit, Appetitmangel und kaum Gewichtszunahme hinzu kommen, dann sollte unbedingt der Gang zum Kinderarzt anstehen. Eventuell könnte eine so genannte Zöliakie, also eine Glutenunverträglichkeit dahinter stecken.

Doch das Tückische an dieser Nahrungsmittelallergie ist, dass gar keine auffälligen Symptome vorhanden sein müssen. Die betroffenen Kinder können auch einfach nur ein wenig blass sein oder viel schneller müde werden als ihre Spielkameraden. Bei Kleinkindern zeigen sich die Symptome in der Regel noch deutlicher als bei älteren Kindern.

Ursachen und Diagnostik der Zöliakie

In erster Linie sind es die genetische Veranlagung, die für den Ausbruch der Zöliakie verantwortlich ist. Außerdem wird er durch verschiedene Umwelteinflüsse und bestimmte Infektionen gefördert, meistens beginnen die Beschwerden, wenn das Immunsystem geschwächt ist.

Der Dünndarm ist chronisch entzündet, weil der Körper auf das Klebereiweiß Gluten reagiert, das in den meisten Getreidesorten vorkommt. In der Folge sterben dann viele Dünndarmzotten ab, die einen wichtigen Teil der Verdauung übernehmen und Bestandteile aus der Nahrung verwerten.

Tritt eine solche Störung auf, so kann es zu Mangelerscheinungen kommen. Um die Zöliakie festzustellen, wird zunächst das Blut auf bestimmte Antikörper untersucht. Später kann dann noch eine Gewebeentnahme aus dem Zwölffingerdarm die Diagnose sichern.

Die Behandlung der Glutenunverträglichkeit

Es gibt keine Heilung, wenn das Kind von Zöliakie betroffen ist. Das einzige was hilft, ist eine radikale und dauerhafte Umstellung der Ernährung. Um symptomfrei zu bleiben, muss man diese Diät ein Leben lang durchhalten.

Das bedeutet natürlich für die Familie einen großen Einschnitt in den gewohnten Alltag, viele bisherigen Ernährungsgewohnheiten sind ab sofort tabu. Verzichtet das Kind auf glutenhaltige Nahrung, so kann sich die Darmschleimhaut nach einigen Monaten wieder regenerieren.

Das bedeutet jedoch nur, dass kein erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen besteht, die Zöliakie bleibt jedoch weiterhin bestehen. Schon wenn nur eine geringe Menge an Gluten aufgenommen werden, kann das Kind wieder die typischen Symptome zeigen, und die Schädigung im Dünndarm schreitet wieder voran.

Im Handel bekommt man inzwischen viele glutenfreie Lebensmittel, Bäckereien bieten teilweise spezielles Brot an. Die Gefahr lauert jedoch in vielen Lebensmitteln, vor allem in Fertigprodukten. Eltern müssen bei jedem Kauf auf die Angabe der Inhaltsstoffe achten, um die Gesundheit ihres Kindes nicht zu gefährden.

Mit der Zeit bekommt man ein gutes Gespür dafür. Gerade kleinen Kindern fällt die Umstellung anfangs extrem schwer, denn es muss auf viele geliebte Sachen künftig verzichtet werden. Doch nach einiger Zeit wird es sicher auch unter den noch erlaubten Lebensmitteln seine Favoriten haben.

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