Im Trend? Fast jedes dritte Baby kommt per Kaiserschnitt zur Welt

In Deutschland werden bereits 31 Prozent der Kinder per Kaiserschnitt entbunden, Tendenz weiter steigend. Dies gab nun das Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden bekannt. Andere Geburtshilfen wie die Saugglocke und die Zangengeburt gebe es den Auswertungen zufolge immer seltener.

In Deutschland wird fast jedes dritte Kind per Kaiserschnitt auf die Welt geholt, das offenbaren die nun veröffentlichten Zahlen für das Jahr 2009. Laut den Auswertungen haben 644.272 Frauen im Krankenhaus entbunden, 31,3 Prozent davon haben den Kaiserschnitt der natürlichen Geburt vorgezogen. Hinzu kämen noch 23.190 Entbindungen, die zum Beispiel in Geburtshäusern stattfanden. Der wachsende Anteil der Kaiserschnittgeburten setzt sich darum im Vergleich zum Vorjahr 2008 mit +1,1 Prozentpunkten fort. Saugglocken werden nur in 5,2 Prozent der Fälle eingesetzt, Zangengeburten werden mit 0,7 Prozent noch seltener vorgenommen.

Kaiserschnitt-Trend? Regional betrachtet wird in Sachsen mit 22,6 Prozent wesentlich seltener zum Skalpell gegriffen als im Saarland, wo 38,4 Prozent der Geburten im OP stattfinden.  Gesunken ist die Kaiserschnittsrate lediglich in den Bundesländern Bremen, Brandenburg und Hamburg. Die höchste Steigerung jedoch verzeichnet Niedersachsen mit plus 2,4 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.

Doch warum verzichten Frauen auf eine natürliche Geburt? Abgesehen von medizinischen Gründen, ist bei vielen werdenden Müttern die Angst vor dem Schmerz ein großes Thema. Aber nicht nur sie haben Angst, auch die Ärzte raten im Zweifelsfall immer öfter zum Kaiserschnitt. Sie fürchten die rechtlichen Folgen, wenn bei Komplikationen während einer natürlichen Geburt etwas schiefgeht. Im Gegensatz dazu ist der Griff zum Skalpell und die Durchführung einer Sectio Routine. Die Krankenkassen bezahlen für eine Kaiserschnitt-Geburt außerdem doppelt so viel wie für eine natürliche Entbindung. Dabei ist laut der WHO nur bei jeder zehnten Geburt ein Kaiserschnitt wirklich sinnvoll.

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