Kinder dürfen ehrgeizig sein

Bild: S. Hofschlaeger/pixelio.de

Für viele ist das Wort „Ehrgeiz“ nicht nur positiv behaftet. So gelten ehrgeizige Menschen häufig auch als Einzelgänger, Egoisten und wenig sozial. So wollen Eltern ihre Kinder sicherlich nicht erziehen. Doch Ehrgeiz an sich ist keineswegs negativ, vielmehr ist eine gesunde Portion Ehrgeiz wichtig, damit bei Problemen nicht gleich resigniert wird und vor allem auch beim Erlernen schwieriger Aufgaben nicht resigniert wird.

Kinder verfügen über einen angeborenen Ehrgeiz. Schon ein Säugling ist bei seinen Handlungen vom Ehrgeiz motiviert. Sei es, sich herumzudrehen, sei es, einen Gegenstand zu fixieren oder auch zu ergreifen. Bei allen diesen Handlungen spielt der Ehrgeiz die Aufgabe zu meistern eine entscheidende Rolle. Schon jetzt sind Eltern gefragt, diesen Ehrgeiz zu unterstützen und zu fördern und vor allem dies auch in späterem Alter des Kindes fortzuführen.

Dies gelingt bei Kleinkindern ebenso wie bei Vorschulkindern und auch Grundschulkindern am Besten durch Ermutigung, positives Feedback und der viel zitierten „Hilfe zur Selbsthilfe“. Wenn beispielsweise ein Kind schier an der Aufgabe, Schleifen zu binden, verzweifelt ist ihn wenig geholfen, Klettschuhe zu kaufen, oder dem Kind das Schleife binden abzunehmen. Lob, auch wenn die Schleife nur halb gelingt, oder auch ein helfender Tipp und Trick, wie es geht, helfen dem Kind mehr, denn durch seine Bemühungen lernt es, dass man mit ehrgeizigem Bemühen auch schwierigste Aufgaben meistern kann.

Spätestens in der Grundschule zahlt sich dies meist sehr viel Geduld erfordernde Bemühen aus, wenn ein Kind auch bei schwierigsten Matheaufgaben nach einer Lösung sucht, statt den Bleistift voller Zorn und Frust durch das Zimmer zu schmeißen.
Ehrgeiz hat also nichts mit Egoismus, sondern mit der Fähigkeit, sein Leben selbst zu meistern zu tun und das wollen schließlich alle Eltern ihren Kindern mit auf dem Weg mitgeben.

Kommentare lesen und selbst kommentieren!

Stets auf dem Laufenden bleiben - mit unserem Newsletter erhaltet Ihr neue Kreativtipps, Infos und exklusive Angebote. Schnell anmelden!
Tipps zu St. Martin, Halloween und anderen Themen rund um den Herbst im Kinderzeugs Herbstspecial

Eine Antwort to “Kinder dürfen ehrgeizig sein”

  1. Franz Josef Neffe sagt:

    In meinem letzten Vortrag habe ich die anwesenden Lehrerinnen gefragt, wie oft sie die Worte GEIST und SEELE in den letzten drei Jahren in Schule und Pädagogik gehört haben. Ihre Antwort: Da haben sie sie überhaupt noch nicht gehört. Geist und Seele sind in Pädagogik und Schule nicht vorgesehen.
    Wie aber will man angesichts dieser Realität etwas Fundiertes über “Ehrgeiz” sagen?
    Als Ich-kann-Schule-Lehrer beobachte ich, dass die Pädagogik immer DRUCK macht, wenn sie erZIEHT. Das kommt einer Verwewchselung von Gas- und Bremspedal gleich. Sie ignoriert stur, dass diese Er”ZIEH”ung de facto nichts ist also ErDRÜCKung.
    In einem DRUCK-System erscheint “Ehrgeiz” notwendig. In einem SOG-System wie dem der Ich-kann-Schule be(ob)achtet schon jedes kleine Kind, was ZIEHT. Es muss keinen “Ehrgeiz entwickeln”, weil es über seine feinen Talente spürt, was es ZIEHT, und es kann infologedessen seine Kräfte a) auswählen, b) stärken und fit machen und c) punktgenau lenken. Das läuft alles sehr viel effizienter und auf höherem Niveau als die Schmalspumentaltechnik “Ehrgeiz”. Statt seinen Talenten “die Sporen zu geben” behandelt es seine Kräfte als Partner und beste Freunde. Freunde tun alles für einen – einfach so, weil sie Freunde und als solche anerkannt sind.
    Mit “Ehrgeiz” bringt man immer nur eines oder ganz wenige seiner Talente nach vorn und lässt die anderen zurück. Das würde man in der Ich-kann-Schule als unkluges Verspielen von Chancen ansehen. Es ist viel mehr möglich als wir in den engen geistigen Grenzen unserer Du-musst-Schulen täglich erleben. Ich grüße freundlich.
    Franz Josef Neffe

Deine Meinung ist gefragt!

Regeln: Kommentare werden vor Freischaltung geprüft. Kritik ist ebenso willkommen wie Lob. Wir erwarten dabei nur die Wahrung des Anstands. Beleidigungen und Ähnliches werden nicht freigeschaltet - andere Meinungen hingegen schon :-)
Über euer Feedback freuen wir uns!