Kinder von Alleinerziehenden sind wie alle anderen

Das klassische Familienbild ist hartnäckig noch immer Vater, Mutter und zwei Kinder. Glücklich lächeln alle von dem Familienfoto, der Vater als Ernährer der Familie hat einen guten Job, die Mutter kümmert sich um die Erziehung der Kinder, ist in Kindergarten und Schule voll engagiert. Scheinbar haben es Kinder, die mit zwei Elternteilen aufwachsen weit besser, sind glücklicher und mit besseren Chancen für das weitere Leben ausgerüstet, als Kinder von Alleinerziehenden. Doch eine Studie zum Thema der so genannten Kleinstfamilien, bei denen nur Vater oder Mutter die Rolle beider Eltern übernehmen, räumt mit diesem Vorurteil auf. Kinder, die nur mit einem Elternteil aufwachsen, sind weder schlechter in der Schule, noch in anderen Belangen gegenüber den Kindern, bei denen Vater und Mutter zusammen leben, benachteiligt, so das Ergebnis.

Gute Nachrichten für alle Alleinerziehenden im Lande, von denen es nicht wenige gibt. In Deutschland sind es derzeit rund 2,7 Millionen Kinder, die bei 2,2 Millionen Alleinerziehenden aufwachsen. Diese werden dabei in der Gesellschaft immer wieder mit dem Vorurteil konfrontiert, ihre Kinder würden vernachlässigt, benachteiligt oder sogar zurück bleiben.

Eine Studie der Universität Bielefeld räumt in einer Studie zum Thema Kleinstfamilien nun endgültig mit diesen Vorurteilen auf. Für die Studie wurden insgesamt 1053 Kinder zwischen sechs und dreizehn Jahren befragt. Dabei wurden die Kinder in vier Gruppen unterteilt. Zum einen die Kinder, die sozial und materiell benachteiligt waren, wobei hier zwischen Kindern von alleinerziehenden und Zwei Eltern Familien unterschieden wurde. Eine ebensolche Unterteilung gab es auch bei den nicht sozial und materiell benachteiligten Kindern. Im Ergebnis stellte sich heraus, dass es für die Kinder keinen Unterschied machte, ob sie mit nur einem oder beiden Elternteilen aufwuchsen. Einen Unterschied allerdings gab es. So gaben die Kinder aus den materiell schwächeren Ein Elternteil Familien an, häufiger gehänselt oder verspottet zu werden und sich selbst als arm zu empfinden. Bei den materiell besser gestellten Kindern zeigte sich diese Einschätzung nicht.

Allerdings spielte es weder im sozialen noch gesellschaftlichen oder schulischen Bereich eine Rolle, ob die Kinder bei einem oder zwei Elternteilen aufwuchsen, lediglich die sozialen und materiellen Verhältnisse waren in diesem Falle Ausschlag gebend.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.