Kinderzimmer schadstofffrei tapezieren

Kinderzimmer schadstofffrei tapezieren

Das Kinderzimmer. Ein Platz, an dem der Nachwuchs sich nicht nur wohlfühlen soll, sondern den Kleinen den notwendigen Rückzug gewährt und ihnen eine Möglichkeit schenkt, sich zu entwickeln und zu entfalten. Doch dazu muss in erster Linie eines gewährleistet werden: Die Gesundheit.

kinderzimmer tapezieren

Foto: pixabay.com

Sowohl beim Kauf von Einrichtungsgegenständen als auch beim Spielzeug ist es daher notwendig, zu hinterfragen, ob gesundheitliche Risiken bestehen.

Die LanaKK Art Edelboutique ist spezialisiert auf Tapeten und Wandgestaltung und rät zu einem natürlichen Wandbelag – wie eine Tapete – die auf Grund der Offenporigkeit in der Lage ist, die überhöhte Feuchtigkeit der Luft aufzunehmen und diese zum Putzuntergrund weiterzuleiten (natürliche Feuchtigkeitsregulierung). Denn diese Feuchtigkeit wäre ein idealer Nährboden für Schimmel und Bakterien.

Wenn sich Eltern für eine Tapete entscheiden

Heutzutage gibt es eine Fülle Tapeten für das Kinderzimmer. Da sich das Kind einen Großteil der Zeit darin aufhält, sollten Eltern gemeinsam mit dem Kind das Zimmer gestalten. Doch nicht nur die Optik darf bei der Wahl der Tapete eine Rolle spielen. Wichtig ist die fachmännische Beratung bezüglich eventueller Schadstoffe. Kinder reagieren besonders schnell und sensibel auf vereinzelte Zusätze in den Tapeten.

Papiertapeten sowie klassische Raufasertapeten sind in der Regel frei von Stoffen, die die Gesundheit der Kinder belasten können. Auf Grund ihrer Atmungsaktivität tragen diese zum Feuchtigkeitsaustausch bei und wirken sich daher auch positiv auf das Raumklima aus.

Doch es gibt Tapeten mit Dispersionsanstrich. Diese behindern die Feuchtigkeitsregulierung was zu einer erhöhten Luftfeuchtigkeit führt. Dadurch entstehen schnell Schimmelpilze.

Diese Stoffe können Kinder gesundheitlich belasten

Zu den aktuell bekannten Schadstoffen gehören unter anderem:

  • Acrylate:
    Allergieauslösend, belastend für die Raumluft, können im schlimmsten Fall zum Sick-Building-Syndrom führen
  • Halogenorganische Verbindungen:
    allergieauslösend, krebserregend
  • Zinnorganische Verbindungen wie Tributylzinn (TBT) und Dibutylzinn (DBT):
    Giftig, bereits in kleinen Mengen beeinträchtigend für das menschliche das Hormon- und Immunsystem
  • Phthalate (Weichmacher):
    Schädigung von Nieren, Leber sowie der Fortpflanzungsorgane

Unbedenkliche Tapeten für das Kinderzimmer

Kindertapeten aus nachhaltiger Waldwirtschaft wurden durch verschiedene Qualitätssiegel ausgezeichnet, die belegen, dass sie frei von Schadstoffen sind. Zu deren Herstellung kommen lösungsmittelfreie Druckfarben sowie zumeist chemiefreie Bio-Baumwolle, die frei von Schädlingsbekämpfungsmitteln ist, zum Einsatz.

Auf diese Qualitätssiegel gilt es zu achten

Der Blaue Engel
Hierbei müssen Tapeten überwiegend (zumindest aus 60 %) aus recyceltem Altpapier bestehen sowie schadstoffarm hergestellt sein.

natureplus
Das europaweit erste, einheitliche Bewertungssystem für ökologische und gesundheitliche Unbedenklichkeit.

TÜV
Der bekannte Tester überprüft Tapeten auf allergen- und schadstofffreies Material und achtet ebenso darauf, dass diese aus einer nachhaltigen Produktion stammen.

ECO Institut
Dieses Zertifikat erhalten jene Produkte, die die strenge Auflage an Emissionsanforderungen erfüllen.

Qualitätssiegel „Gesundes Wohnen“ von HORNBACH
Auch der Baumarkt HORNBACH legt Wert auf Produkte ohne gesundheitsschädigende Emissionen.

RAL Gütesiegel
Dieses Siegel gibt es nur bei Produkten, die in Deutschland vertrieben werden. Tapeten mit dem RAL Siegel enthalten weder Vinylchlorid, noch bleihaltige Pigmente oder leicht-flüchtigen Weichmacher. Natürlich werden auch weitere potentielle Schadstoffe unter die Lupe genommen.

Phthalate Free-Siegel
Hier wird die strenge Norm der EU-Richtlinien 2005/84/EG eingehalten die auch für Kinderspielzeug gilt.

PEFC-Siegel
Garantiert eine nachhaltige Bewirtschaftung jenes Waldes, aus dem die verwendeten Rohstoffe stammen.

Gesundes Wohnraumklima durch die passende Tapete

Ein Kurzüberblick über die verschiedenen Tapetenarten. Doch generell gilt: Je öfter die Oberfläche einer Tapete gestrichen wird, desto mehr wird die Verdunstungsfunktion der Wand eingeschränkt.

Die Papiertapete

Diese Tapete gibt es in verschiedenen Papierstärken mit besserer und weniger guten Qualität. Zur Erhöhung der Nassreißfestigkeit werden diverse Zusatzstoffe hinzugefügt, die Formaldehyd enthalten können. Schwerere Tapeten sind in der Regel hochwertiger und auch weniger leicht reißbar.

Die Duplextapete

Sie gehört zu den hochwertigeren Papiertapeten, da sie zweilagig ist und in einem Kaschierverfahren hergestellt wurde, welches zwei unterschiedlich starke Papierschichten miteinander vereint.

Die Raufasertapete

Diese besteht aus zwei Papierbahnen mit eingearbeiteten Holzfasern und -spänen in verschiedenen Größen und bestehen zumeist aus 50% Altpapier. Sie werden oftmals mit Kunstharzen versehen, um die Nassreißfestigkeit zu verbessern. Dieses Material gilt als besonders umweltverträglich – sofern sie frei von Kunstharzen sind.

Als Anstrichfarben sollten hier nur Naturharz-Dispersionfarben, Leim-, Kasein-, Leinöl- oder Silikatfarben verwendet werden, die frei von toxischen Löse- oder Zusatzmitteln sind.

Die Vinyltapete

Vinyltapeten sind pflegeleichte Wandbeläge. Sie haben ein mit Polyvinylchlorid (PVC) beschichtetes Papier oder Vlies. Das beinhaltete PVC macht diese Tapete schwer entflammbar und abwaschbar. Die Oberfläche dieser Tapete fühlt sich weich an. Die Hersteller empfehlen bei Vinyltapeten einen fungizidhaltigen (pilztötenden) Kleister mit dem sie geklebt werden.

Wichtig: Vinyltapeten haben einen negativen Einfluss auf das Raumklima und sind für die Umwelt sehr problematisch. Im Brandfall entstehen bei Vinyltapeten aus Polyvinylchlorid (PVC) stark ätzende Gase (Salzsäure) sowie Dioxine und Furane. Sie müssen unbedingt separat vom Hausmüll entsorgt werden.

Die Vliestapete

Vliestapeten bestehen zu einem großen Teil aus Zellstoff und Textilfasern, die mittels Bindemittel zu einem Vlies vereint werden. Trotz der einseitigen Imprägnierung dieses Trägermaterials, bleibt sie aber dampf- und luftdurchlässig. Durch ihre schwere Entflammbarkeit, erhöht die Sicherheit im Zimmer.

Die Textil-/Velourtapete

Textile Tapeten sind eine Mischung aus einem Papier- oder Vliesträger mit einem aufgeklebten textilen Gewebe. Bio-Textiltapeten sind mit Naturfasern wie Wolle oder Hanf beklebt. Diese Tapeten haben eine schalldämmende Wirkung und tragen zu einem angenehm warmen, gemütlichen Ambiente bei. Die luxuriös wirkende Velourstapete zählt mit ihrer samt-artigen Oberfläche zu den Textiltapeten.

Die Glasfasertapete

Diese Tapetenart erweist sich als extrem widerstandsfähig, wasserfest, hygienisch und langlebig. Das macht ihr rein mineralisches Material wie Quarzsand, Dolomit und Soda, aus dem sie hergestellt wird. Sie besitzt eine – je nach Modell – unterschiedliche Webstruktur. Das Endergebnis dieser Tapete ist formstabil, wasserfest und stoßfest. Deshalb wird sie gern für stark beanspruchte Wandbereiche wie in Treppenhäusern verwendet.

Beim Verkleben dieser Fasern auf dem Trägermaterial kommen jedoch oft Kunstharze zu Einsatz. Diese können Raumluft negativ beeinflussen.

Tapete mit Metall-Effekt

Diese dünnen Metallfolien sind zwar schön anzusehen, aber erweist sich als nicht dampfdurchlässig. Daher ist es wichtig, nur Teilbereiche mit dieser Tapete zu tapezieren.

Die schalldämmende Naturstofftapete

Bestehend aus Rinden, Kork, Gras und anderen Naturfasern, erfreute sich diese Tapetenart in den 1980er und 1990er Jahren großer Beliebtheit. Inzwischen sind mittels digitaler Drucktechnik, auch Sonderanfertigungen möglich.

Hier sollte man beim Kauf beachten, dass die Naturfasern aus 100% naturbelassenen Materialien bestehen und keine toxischen Fungiziden zum Einsatz kamen. Bei Korktapeten ist darauf zu achten, dass er als Backkork mit seinen eigenen Harzen verklebt wurde und somit frei von Kunstharzen ist.

Für das Kleben von Naturholztapeten empfiehlt sich Methylzelluloseleim ohne chemische Zusätze (nicht – wie im Handel oft angepriesen – aus PVC-Weichfolien!).

Achtung: Unbehandelte Grastapeten können bei Allergikern Heuschnupfen auslösen.

Abschluss-Tipp:

In Schlafräumen sollten Tapeten mit einer möglichst glatten Oberfläche verwendet werden, damit die Staubansammlung an der Wandoberfläche minimal gehalten wird.

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