Magen-Darm-Infekte bei Kindern richtig behandeln

Wenn Kinder krank sind, dann leiden die Eltern teilweise mehr als der Nachwuchs selbst. Besonders schlimm sind Magen-Darm-Infektionen, denn diese halten die ganze Familie auf Trab.

Meistens handelt es sich um eine Epidemie, so dass man davon ausgehen kann, wenn andere Kinder in der Schule oder im Kindergarten erkrankt sind, der Infekt nicht lange auf sich warten lässt.

Die Auslöser können sehr vielseitig sein

Je kleiner ein Kind ist, umso empfindlicher ist der Magen-Darm-Trakt gegenüber Bakterien und Viren. Kleinkinder leiden deswegen wesentlich häufiger an solchen Infekten, und der Verlauf kann auch schwerer sein.

Meistens handelt es sich bei den Erregern um Viren, bei den Kindern unter vier Jahren sind es in den meisten Fällen Noro- oder Rotaviren. Die Übertragung erfolgt durch Schmierinfektion, also durch direkten Kontakt zu Erkrankten.

Häufig findet eine Ansteckung durch Berührung von Spielsachen oder Türklinken statt. Zu einer bakteriellen Magen-Darm-Infektion kommt es in der Regel nach dem Genuss von nicht richtig zubereiteten oder bereits verdorbenen Lebensmitteln.

Austrocknung muss unbedingt verhindert werden

Eltern müssen bei einem Magen-Darm-Infekt unbedingt darauf achten, dass das Kind genügend Flüssigkeit zu sich nimmt. Durch das Erbrechen und den Durchfall geht dem Körper viel Flüssigkeit verloren, so dass Austrocknung droht.

Kamille- und Fencheltee haben sich am besten bewährt, auch schwarzer Tee kann regelmäßig angeboten werden. Wichtig ist, dass nur ganz kleine Schlucke genommen werden, damit es nicht erneut zum Erbrechen kommt.

Normalerweise sollte der Brechdurchfall nach einem Tag überstanden sein. Erbricht das Kind sehr stark, hat Fieber und trinkt nicht genügend, kann es schnell zu Austrocknung kommen.

Der Mund des Kindes ist dann trocken, beim Weinen fließen kaum Tränen. Bei Babys kann man erkennen, dass die Fontanelle eingesunken ist. Zieht man die Haut am Bauch mit zwei Fingern leicht nach oben, so bleibt die Hautfalte bei zunehmender Austrocknung stehen.

Da dem kindlichen Organismus nicht nur Wasser verloren geht, sondern auch wertvolle Mineralstoffe, sollte man immer etwas Traubenzucker und eine Prise Salz in den Tee geben.

Wann ist der Gang zum Kinderarzt notwendig?

Mit Babys und Kleinkindern sollte man schnellstmöglich den Kinderarzt aufsuchen, dieser kann auch eine Elektrolytlösung verschreiben. Ist der Flüssigkeitsmangel sehr stark ausgeprägt, können eventuell auch Infusionen notwendig sein.

Mit einem Baby sollte man unbedingt noch am gleichen Tag zum Arzt gehen, mit Kleinkindern, wenn der Brechdurchfall länger als 12 Stunden anhält, bei einem Schulkind kann man etwa 18 Stunden abwarten.

Sollte dann keine Besserung eintreten, sollte man nichts riskieren, vor allem wenn das Kind schlecht trinkt und sich allgemein sehr erschöpft und matt fühlt. Ist der Kinderarzt nicht erreichbar, zum Beispiel am Wochenende, muss unbedingt die nächste Klinik aufgesucht werden.

Bekommt das Kind langsam wieder Appetit, sollte man etwas geriebenen Apfel, eine Banane, etwas Kartoffelbrei oder Reis anbieten. Auch nach überstandener Infektion sollte leichte Aufbaukost angesagt sein, um den Magen-Darm-Trakt nicht gleich wieder zu überlasten.

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