Mein Zimmer, mein Chaos

Kinder haben zumeist eine völlig andere Vorstellung von Ordnung als ihre Eltern. Ein Blick in das Kinderzimmer bringt diese Tatsache optisch leider immer wieder zur Geltung. Doch sollten Eltern, so sehr es auch lockt, das Kinderzimmer nicht aufräumen, sondern es ihren Kindern selbst überlassen.

Schon Vorschulkinder sind durchaus in der Lage, ihr Zimmer selbst aufzuräumen und vor allem auch in Ordnung zu halten. Eltern sollten das Aufräumen auch in diesem Alter den Kindern nicht abnehmen. Das heißt natürlich nicht, dass die Kinder mit ihrem Chaos völlig allein gelassen werden sollten. Jedoch sollten sich Eltern auf Hilfestellungen zum Aufräumen beschränken und vor allem mit den Kindern gemeinsam ein für diese sinnvolles Ordnungssystem entwickeln. Dazu gehören beispielsweise Regale, die das Kind allein erreichen kann. Kisten und Boxen, die entweder in bunten kindgerechten Farben gekauft, oder auch gemeinsam mit den Kindern gestaltet werden, können nützliche Ordnungshelfer sein. Mit einem Foto versehen, welches den Inhalt zeigt, ist es ein leichtes für Kinder eine Grundordnung in ihren Zimmern zu halten.

Auch daheim kann man einen kleinen „Trick“ aus dem Kindergarten übernehmen. Im Zimmer steht eine „Spielkiste“, in die das Kind nach dem Spiel einfach alle Spielzeuge unsortiert hinein legen kann. Dies bietet sich besonders an, wenn das Kind Spielbesuch hat. Diese Kiste kann dann in Ruhe in zuvor festgelegten Abständen sortiert und die Spielsachen richtig eingeordnet werden.

Bevor es an das Aufräumen geht, sollten Kinder allerdings die Möglichkeit erhalten, ihr aktuelles Spiel zu beenden. Etwa 15 Minuten vor der Abholzeit eines Besucherkindes oder dem Spielende, sollte daher angekündigt werden, dass das Spiel ein Ende finden sollte. Dann klappt auch das schnelle und problemlose Aufräumen im Anschluss.

One Response to Mein Zimmer, mein Chaos

  1. Franz Josef Neffe sagt:

    Da bin ich ganz anderer Ansicht. Kinder kommunizieren mit ihren Eltern sehr stark NONVERBAL und UNBEWUSST. Was die Eltern denken und fühlen, das strahlen sie aus. Und mit ihrer Ausstrahlung kommen sie, wie ich für die neue Ich-kann-Schule beobachtet habe, ganz anders als mit ihren Worten ständig tief in das Kind hinein. So korrelieren die Vorstellungen von Eltern und Kind sehr stark – was nicht bedeutet, dass diese 1:1 übernommen werden. Wenn wir die übliche Beschränkung der Pädfagogik auf die BEWUSSTE Ebene überschreiten, sind diese Zusammenhänge sehr gut zu beobachten und eröffnen großartige erziehliche Chancen. Ich grüße freundlich.
    Franz Josef Neffe

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