Muttersprache – Vatersprache

Foto: terren in Virginia / flickr.com

Familien, in denen die Eltern eine unterschiedliche Muttersprache haben, sind nicht so selten, wie vielleicht angenommen wird, lediglich der Anteil dieser zweisprachigen Familien variiert je nach Region. Wenn aber Vater und Mutter eine unterschiedliche Muttersprache sprechen, stellt sich irgendwann sicherlich die Frage, ob das gemeinsame Kind mit nur einer oder zwei Sprachen aufwachsen soll, oder dies dazu führt, dass das Kind in keiner Sprache wirklich „zu Hause“ ist.

Leicht ist es sicherlich nicht, ein Kind mehrsprachig aufwachsen zu lassen. Aber dennoch spricht vieles dafür, wenn einige Grundsätze dabei beachtet werden. Denn für das Sprachempfinden, welches ein Kind schon im Mutterleib unbewusst erlebt, kann es nur von Vorteil sein, wenn beide Eltern die gesprochene Sprache fließend beherrschen. Wenn dies dann letztlich zwei gesprochene Sprachen sind, ist dies für ein Kind, welches in diese Situation hineingeboren wird, völlig normal.

So lange beide Sprachen gleichermaßen gesprochen werden, erlernt das Kind automatisch beide. Dabei ist auch keine der beiden eine „schwächere“ oder „stärkere“ Sprache. Zwar werden immer in beiden Sprachen die gleichen Vokabeln zur gleichen Zeit beherrscht werden, beispielsweise kann es durchaus möglich sein, dass dass Kind in der einen Sprache fließend alle Eissorten aufzählen kann, in der anderen hingegen bei der selben Aufgabe Vokale oder Konsonanten vertauscht.

Eltern, die ihr Kind zweisprachig aufwachsen lassen, sollten aber dennoch ihre Kinder bei Fehlern in der Sprache korrigieren, aber nicht belehren, da dies das Kind verunsichern kann. Dies gilt im Übrigen auch, wenn ein Kind mit nur einer Muttersprache aufwächst.

Auch das befürchtete Sprachwirrwarr im Kopf des Kindes ist laut Forschungsergebnissen einer amerikanischen Psychologin nicht vorhanden. Es gibt also keinen Grund, warum Kinder nicht zweisprachig aufwachsen sollten.

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