Sauber aber nicht klinisch rein

Bildquelle: Sebastian Karkus/pixelio.de

Wenn Babys mobil werden, verfallen einige Mütter in einen wahren Putzrausch. Alles wird gewischt, desinfiziert und permanent versucht nahezu klinisch sauber zu halten. Doch Babys brauchen keine keimfreie Umgebung, um gesund zu bleiben. Eher im Gegenteil. Zwar sollte die Wohnung nicht dreckig sein, eine keimfreie Umgebung allerdings lässt das Immunsystem des Kindes sich nicht entwickeln.

In vielen Kindergärten sind Erzieherinnen dazu übergegangen, ein kleines Schildchen im Gruppenraum aufzuhängen. Auf diesem ist der Satz zu lesen: „Sind ihre Kinder nicht dreckig, so haben sie nicht gespielt!“. Sicherlich ist diese Aussage ein wenig übertrieben, doch in der Grundaussage besagt es genau das, worüber sich viele Eltern zunehmende Gedanken machen, nämlich, wie sauber ist eigentlich sauber.

Besonders bei Babys, die gerade in das Krabbelalter kommen, ist diese Frage wichtig. Schließlich werden die Hände, die permanent mit allen Flächen von Boden bis zur Fensterbank in Berührung kommen, auch immer wieder in den Mund gesteckt und so Keime und Bakterien vom Kind aufgenommen.

Doch sind bei weitem nicht alle Keime schlecht oder gleich krankheitserregend. Vielmehr werden bei der permanenten Desinfektion aller Oberflächen auch nützliche Keime abgetötet. Studien haben bewiesen, dass Kinder, die in einer derart desinfizierten und nahezu keimfreien Umgebung aufwachsen ein erhöhtes Allergierisiko haben und anfälliger sind für Krankheiten. Spätestens im  Kindergarten oder in der Schule stürmen nämlich auf das Immunsystem allerlei Keime und Bakterien ein. Daher reichen als Reinigungsmittel Spülmittel für Geschirr, Essigreiniger für Küche, Bad und WC sowie Neutralreiniger für alle Flächen vollkommen aus.
Und auch wenn das Kind einmal genüsslich einen Sandkuchen probiert oder auch Bellos Schnauze küsst, so sollten sich Eltern versuchen an die eigene Kindheit zu erinnern, in der sicherlich auch nicht alles keimfrei sauber und steril war.

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