Schlaf-Erziehung: Die Ferber-Methode

Schlafen dank der Ferber-Methode

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Babys und Kleinkindern das Durchschlafen beizubringen ist nicht ganz einfach und erfordert viel Zeit und Geduld. Manche schaffen dies von alleine schon nach wenigen Wochen, und die Eltern berichten dann ganz stolz davon. Doch es gibt leider auch Kinder, die sich unheimlich schwer damit tun, und die frisch gebackenen Eltern nachts wahrlich an ihre Grenzen bringen.

Es wurden unzählige Bücher zu diesem Thema verfasst, verzweifelten Eltern werden immer wieder neue Methoden vorgestellt, die das Kind garantiert zum Durchschlafen bringen sollen. Eine alt bekannte Methode ist die so genannte Ferber-Methode, die auch kurz als „ferbern“ bezeichnet wird. Ihren Namen hat sie vom Entwickler, dem amerikanischen Schlafforscher Dr. Richard Ferber. Bereits in den 80er Jahren erstellte dieser an einer Bostoner Kinderklinik ein spezielles Schlafprogramm.

Voraussetzungen für die Durchführung des Programms

Eines ist ganz wichtig: Das Kind muss für die Durchführung des Programmes mindestens 12 Monate alt und absolut gesund sein. Ein krankes Kind, auch wenn es sich nur um einen Schnupfen handelt, darf man nicht schreien lassen, denn es hat besondere Bedürfnisse. Erkrankt das Kind also während des Schlafprogrammes, ist diese umgehend zu unterbrechen und erst wieder nach der Gesundung fortzuführen.

Außerdem ist sicher zu stellen, dass das Kind ausreichend Nahrung und Wasser zu sich genommen hat, so dass es nicht aus diesen Gründen schreit. Das gleiche gilt natürlich für eine volle Windel, auch in diesem Fall ist auf das Schreien zu reagieren.

Die Ferber-Methode ist einfach aber wirksam

Start für das Schlafprogramm ist ein liebevolles Ritual am Abend, die Eltern sollten ihrem Kind im Bettchen noch etwas Zuwendung geben, vielleicht noch eine Geschichte vorlesen oder die Spieluhr aufziehen. Das Baby sollte aber auf alle Fälle noch wach sein, wenn die Eltern das Zimmer verlassen. Die Eltern gehen ohne Erklärungen aus dem Raum, meistens beginnt das Kind dann irgendwann zu weinen.

Nun beginnt das eigentliche Programm, denn man reagiert auf das Weinen und Schreien des Babys nun in verschiedenen Zeitabständen, an die man sich unbedingt genau halten sollte. Zunächst geht man frühestens nach fünf Minuten zum Kind, falls es sich bis dahin nicht von alleine beruhigt hat. Das Kind wird nicht aus dem Bett genommen, sondern nur im Bettchen liegend sanft beruhigt, durch Zureden und Streicheln. Es darf also auch nicht zur Beruhigung gestillt werden. Viele Eltern verzichten auch auf einen Schnuller, denn auch dieser ist eine Einschlafhilfe.

Wird das Kind nämlich nachts kurz wach und findet den Nuckel nicht, ist das Geschrei quasi vorprogrammiert. Die Beruhigungsphase beträgt maximal zwei Minuten, dann geht man wieder aus dem Raum. Findet das Kind auch jetzt keine Ruhe, geht man erst nach weiteren 10 Minuten ins Zimmer, dieser Intervall wird jedes Mal um fünf Minuten ausgedehnt, bis maximal 30 Minuten. Wird das Kind nachts schreiend wach, geht man wieder nach der Ferber-Methode vor. Mit der Zeit sollte das Kind dadurch einen regelmäßigen Schlafrhythmus erlernen.

Kritik an der Ferber-Methode

Wie bei allem, gibt es auch bei diesem Schlafprogramm Befürworter und absolute Gegner. Diese kritisieren das Schreienlassen des Kindes, was jedoch Unsinn ist. Durch die Beruhigungsphasen zeigt man dem Baby immer wieder, dass man da ist, es lernt jedoch sich auch wieder selbst zu beruhigen. Normalerweise sollte man schon nach wenigen Tagen eine Veränderung im Schlafverhalten feststellen können.

Übrigens, wer diese Methode als zu hart empfindet, dem ist die abgeschwächte Variante von Annette Kast-Zahn und Dr. Hartmut Morgenroth ans Herz zu legen. In dem Buch „Jedes Kind kann schlafen lernen“ ist zwar auch die Ferber-Methode die Basis, jedoch sind die Zeitabstände verkürzt, womit sich viele Eltern eher anfreunden können.

Auch wenn es viele Kritiker gibt muss man auch sehen, dass die Betreuung von Schreikindern in der Nacht schnell an den Kräften zehren kann. Durch andauernden Schlafmangel der Eltern liegen die Nerven irgendwann blank, und dann ist auch den Kindern damit nicht geholfen. Auch sie profitieren schließlich von ausgeruhten und geduldigen Eltern.

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