Sehschwächen können Schulprobleme erklären

Bild: vauvau/flickr.com

Immer häufiger zeigen Kinder Schwächen beim Lesen und Schreiben. Teilweise wird dies erst irgendwann in der zweiten oder dritten Klasse erkannt. Bei einem Verdacht auf eine Lese – Rechtsschreib – Schwäche sollten Eltern jedoch zunächst auch einen Gang zum Augenarzt nicht scheuen, oft entpuppt sich die vermeintliche Legasthenie als eine Sehschwäche, die lange Jahre unerkannt blieb.

Bei jeder Vorsorgeuntersuchung wird bei Kindern auch die Sehfähigkeit überprüft. Daher wähnen sich Eltern oft auf sicheren Seite, wenn diese Untersuchungen keinerlei Auffälligkeiten aufweisen. Leider jedoch ist die Überprüfung beim Kinderarzt nicht so gründlich und zuverlässig, wie bei einem Augenarzt. Besonders Kinder, bei denen nur eine leichte Sehschwäche vorhanden ist, können diese Tests meistern. In einem solchen Fall kann die Sehschwäche erst lange Zeit später, beispielsweise durch Schulprobleme beim Erlernen von Lesen und Schreiben erkannt werden.

Natürlich liegt nicht jeder Lese-Rechtschreib-Schwäche auch eine Fehlsichtigkeit zu Grunde, häufig aber kann Kurz- oder Weitsichtigkeit oder ein gestörtes beidäugiges Sehen eine solche Lese-Rechtschreib-Schwäche auslösen oder noch verstärken.

Eine Brille kann die Lösung der Leseprobleme sein, muss es aber nicht. In einem solchen Falle sollte auf eine Legasthenie hin geprüft werden. Dabei allerdings warnen Augenärzte ausdrücklich vor einigen Therapieformen bei diagnostizierter Legasthenie. In der Annahme, eine Lese-Rechtschreib-Schwäche sei die Folge einer Winkelfehlsichtigkeit, werden so genannte Prismengläser verordnet. Leider aber haben diese keinen wissenschaftlich fundierten Nutzen, sondern können im schlimmsten falle zu einem Schielen führen, welches eine Operation notwendig werden lässt. Am besten beraten sich Eltern bei Legasthenie mit dem Kinderarzt und der Schule, um dem Kind die beste Förderung zukommen zu lassen.

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2 Reaktionen to “Sehschwächen können Schulprobleme erklären”

  1. Klaus Hartnegg sagt:

    Eine Sehschwäche bei Kindern dürfte wohl mit Abstand die seltenste Ursache von LRS sein. Ursache für Legasthenie kann sie definitionsgemäß gar nicht sein. Der Kinderarzt ist nach Ansicht der Krankenversicherungen nicht zuständig, die definieren das als reines Schulproblem, weil sie die Therapie bezahlen müssten, wenn sie es als Krankheit akzeptieren würden. Die Schulen wissen per Verordnung nichts von Legasthenie, die kennen nur LRS.

  2. Franz Josef Neffe sagt:

    Was für ein Chaos! Legasthenie – von lat. “legere = lesen” und griech. “asthenäs = schwach”: – gilt als Fachwort für LeseSCHWÄCHE. Wenn ich in meinen Ich-kann-Schule-Vorträgen frage, wie das Fachwort für LeseSTÄRKE heißt, schweigt der ganze Saal. Keiner weiß es. Es gibt keins. So groß ist unser Interesse an LeseSTÄRKE. Die LeseSCHWÄCHE dagegen wird umtanzt wie das berüchtigte Goldene Kalb. Sie wird gefördert. Der Erfolg ist gigantisch: Wir schreiben längst mehr als doppelt soviele Fehler wie vor Beginn der Förderung 1978.
    Dabei fällt uns noch nicht einmal auf, wie erfolgreich wir sind.
    Sehschwächen sind keineswegs so selten, wie allgemein geglaubt wird. Ich erinnere z.B. an einen Jungen im Grundschulalter, mit dem die Mutter zum Augenarzt ging, wo eine extreme Sehbehinderung erkannt wurde. Einen anderen Jungen weiß ich, den die Lehrerin unbedingt in die Sonderschule bringen wollte: er hatte Winkelfehlsichtigkeit. Dass in Problemfällen sorgfältig nach Ursachen gesucht würde, kann ich weder der Pädagogik noch der Therapie attestieren. Es entstehen allzu oft bereits große Nöte und dann finden nicht die Fachleute die Lösung sondern die Eltern suchen schon lange und drängen. Das muss anders werden.
    Ich grüße freundlich.
    Franz Josef Neffe

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