Selbst ist das Kind

Bild: Björn Rauscher/pixelio.de

Kinder sind ungeheuer stolz darauf, wenn sie in das Alter kommen, Dinge selbst tun zu können. Doch bekanntlich ist noch nie ein Meister vom Himmel gefallen. So brauchen Kinder für Handgriffe wie Jacke anziehen, Reißverschlüsse schließen oder Schnürsenkel binden für die meist unter Zeitdruck stehenden Eltern eine gefühlte Ewigkeit. Greifen aber Mutter oder Vater ein, damit es klappt, ist das Geschrei vorprogrammiert.

Im Alter von etwa zwei Jahren fangen Kinder an, Dinge selbst zu versuchen. Dazu gehört meist als erstes das, was ihnen alltäglich an Handlungsabläufen begegnet und somit vertraut und einfach erscheint, wie das selbstständige Anziehen. Schnell allerdings muss das Kind dann feststellen, dass was einfach aussieht, nicht auch gleich einfach nachzuahmen ist. Die Frusttoleranzgrenze bei kleinen Kindern ist da leider noch extrem gering, so dass derartige Misserfolge durchaus Wutausbrüche nach sich ziehen können. Doch ein Eingreifen der Eltern im dem Sinne, es den Kindern abzunehmen, wäre jetzt nur dazu geeignet, den Frust des Kindes noch zu verstärken. Dies wird dadurch verursacht, dass das Kind sich von den Eltern als zu unselbständig, als nicht kompetent angesehen fühlt.

Auch wenn es schwer fällt und sicherlich auch von den Eltern eine wahre Engelsgeduld erfordert, so sollten Kinder jetzt ermutigt werden, es noch einmal zu versuchen, auch wenn dieser Versuch nicht  unbedingt mit Erfolg gekrönt sein wird, vor allem aber scheinbar endlose Zeit in Anspruch nimmt.

Doch jeder Misserfolg trägt doppelt zum lernen bei. Zum einen erfährt das Kind so, dass die Eltern an es glauben und es mit beharrlichem Üben neue Fähigkeiten erlernen wird, zum anderen aber lernt es auch, mit Misserfolg umzugehen.

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