Streit unter den Eltern löst Qualen bei Kindern aus

Foto: flickr / D Sharon Pruitt

Gerade in Hochkonfliktfamilien geraten Kinder häufig in die Schusslinien zwischen Vater und Mutter. Die Auseinandersetzungen können weiter eskalieren und die Entwicklung des Kindes nachhaltig gefährden – selbst nach einer Scheidung. Kinder sehen sich häufig hilflos dem elterlichen Konflikt ausgesetzt. Dass alles noch schlimmer werden könnte, davor haben sie Angst.

Ein weiterer entscheidender Aspekt kommt für die Kinder hinzu. Die Eltern sind kaum in der Lage, im Nachtrennungsprozess eine angemessene Kommunikation über die kindlichen Belange zu führen. Diese Situation ist für die Kinder sehr schwierig, weil diese in der Regel Kontakt zu beiden Elternteilen pflegen und pflegen wollen. Oft fungieren sie als Mittler zwischen beiden Eltern und werden nicht selten aufgrund fehlender Kommunikation ausgefragt.

Kaum auf die Bedürfnisse des Kindes einstellen können sich die Hochkonflikt-Eltern. Sie können nur eingeschränkt unterstützend und wenig verlässlich erlebt werden, das bezieht sich vor allem die Mütter. Zwischen Erwachsenen und Kind findet häufig eine Rollenumkehr – eine sogenannte Parentifizierung – statt. Die Kinder werden von den Müttern gerne in die Erwachsenenrolle gedrängt, das bedeutet, sie sehen darin einen Partnerersatz oder ein Bindungsobjekt. Bei den Vätern ist das weniger der Fall. Sich altersgerecht zu entwickeln oder an Selbstsicherheit zu gewinnen wird innerhalb dieses Szenarios für die Kinder schwierig oder geradezu unmöglich.

Kinder, die chronisch elterlichen Konflikten ausgesetzt sind, leiden meistens unter Loyalitätskonflikten, Verwirrung, Angst und Schuldgefühlen. Das innere Gleichgewicht der Kinder wird gestört, und dies kann zu Verhaltensauffälligkeiten führen. Zwischen nach innen und nach außen gerichteten Reaktionen muss dabei unterschieden werden. Wenn das Kind seine negativen Gefühle gegen sich richtet und selbst leidet, wie dies bei depressiven Gefühlen oder Ängsten der Fall ist, wird von nach innen gerichteten Reaktionen gesprochen.

Dass das Kind belastet ist, bemerken die Bezugspersonen oft erst spät. Kinder leiden vor allem und richten die Negativität gegen die Umwelt, wenn die Kinder eine nach Außen gerichtete Reaktion zeigen. Bei häufig wiederkehrenden Konflikten mit anderen Kindern ist dies beispielweise der Fall. Sie bekommen auch Probleme in der Schule, reagieren aggressiv, trotzig, gehorchen weniger und sind oppositionell eingestellt. Zudem ist häufig ein Rückgang der schulischen Leistungen zu beobachten.

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