Streit unter Geschwistern fördert die Entwicklung

Bildquelle: S. Hofschlaeger/pixelio.de

Auch wenn es Eltern schnell vorzeitig graue Haare beschert, so ist Streit unter Geschwistern nicht nur völlig normal, sondern die Kinder profitieren auch in ihrer Entwicklung von den Meinungsverschiedenheiten mit Bruder oder Schwester. Dabei lernen nicht nur die Kleinkinder von den Älteren, sondern auch die älteren Geschwister lernen durch das Zusammenleben mit dem kleineren Kind.
Gerade die permanenten Streitereien unter Kleinkindern fördern das soziale Verständnis, die Fähigkeit zur Konfliktlösung, helfen dabei, emotional zu Wachsen und beschleunigen sogar die Sprachentwicklung. Dies haben in einer groß angelegten Studie mit 140 Kindern auch sozial eher schwierigen Verhältnissen jetzt Forscher der Universität Cambridge wissenschaftlich belegt. So führt zwar eine anhaltende Rivalität mit schweren Streitereien zu durchaus langfristigen Verhaltensproblemen, doch die eher harmlosen Zankereien unter Geschwistern sind durchaus förderlich für die Entwicklung einzustufen.
Für Eltern bedeutet dies bei Zankereien, so schwer es auch fällt, in die Beobachterrolle zu verfallen und nur dann einzugreifen, wenn diese „aus dem Ruder laufen“. Dies ist der Fall, wenn eines der Geschwister mit körperlicher Gewalt antwortet, oder die Zankereien durch die permanente Provokation eines der Kinder entstehen. Ist dies nicht der Fall, so können Kinder bei den Zankereien mit den Geschwistern weit besser soziale Kompetenzen und Konfliktlösungen erlernen, als beispielsweise mit Freunden in einer Kindergartengruppe, denn zum einen kann das Geschwisterkind dem Streit nicht entfliehen, indem es nach hause geht, zum anderen kann unter Geschwistern weit besser auch einmal ein Nein probiert erden oder auch ein Streit vollständig ausgefochten werden.
In der Studie wurde zudem entdeckt, dass am meisten Geschwister voneinander lernen, wenn der Abstand zwischen ihnen etwa drei Jahre beträgt.

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