Studie: Babys lernen schlafend

Kaum erblickt es das Licht der Welt, stürmen viele Eindrücke auf ein Neugeborenes ein, so viel gibt es zu Entdecken. Kein Wunder, dass es da bis zu 20 Stunden am Tag schläft, um sich zu Erholen, oder? Falsch gedacht. Eine Studie von New Yorker Wissenschaftlern ergab erstaunlicherweise, dass Babys auch im Schlaf neue Verhaltensmuster und Sachverhalte lernen können.

Das Forscherteam der Columbia University hat ein bis zwei Tage alten schlafenden Säuglingen einen Ton vorgespielt, kurz danach bekamen die Kleinen einen Luftstoß auf ein Augenlid. Das löste ein Zwinkern aus. Bereits nach kurzer Zeit zwinkerten die kleinen Versuchsteilnehmer schon nach dem akkustischen Signal. Offenbar hatten sie einen Zusammenhang zwischen Ton und Luftstoß hergestellt. Dies beweist, dass sie im Schlaf dazulernen können. Außerdem stellte man bei Hirnstrommessungen fest, dass die Babys das gelernte Verhaltensmuster zum Ende des Tests im Gedächtnis verfestigten.

Den US-Wissenschaftlern zufolge ist diese Lernfähigkeit im Schlaf für die Babys überlebenswichtig: Sie müssen sich an die Umwelt außerhalb des Mutterleibs adaptieren, das sei teilweise lebenswichtig. Säuglinge lernen zum Beispiel, sich zu Drehen, wenn sie in Bauchlage keine Luft bekommen. Hierbei müssen sie einen Zusammenhang herstellen zwischen ihrer Lage und dem Atemproblem. Sie befinden sich also ständig im Lernprozess.

Leider verlieren Menschen mit wachsendem Alter diese bemerkenswerte Lernfähigkeit im Schlaf. Die Wissenschaftler vermuten derzeit, dass es einen Zusammenhang gäbe, zwischen den kurzen, unregelmäßigen Schlafzeiten der Babys und ihrer Gelehrigkeit. Mit längeren, regelmäßigen Schlafzeiten verlieren wir dann also die Fähigkeit, nachts dazuzulernen. Schade eigentlich.

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