Tipps, damit Kinder mehr Gemüse essen

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Foto: pixabay.com

Gemüse ist gesund, das weiß jedes Kind, – doch gerade diese wehren sich gegen eine gesunde Ernährung oft genug vehement. Mit Schreien, Toben, Spucken und der Verweigerung jedweder Nahrung stehen viele Eltern vor einem schier unüberwindlichen Problem. Dabei ist gerade eine ausgewogene und gesunde Ernährung des eigenen Kindes ein essentielles Anliegen der besorgten Eltern – und da gehört Gemüse einfach in ausreichendem Maß auf den Teller.

Die Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen ist häufig nicht der einzige Grund für den elterlichen Wunsch, den Gemüseanteil der täglichen Nahrung zu erhöhen. Die zunehmende Zahl an übergewichtigen Kindern wird immer mehr zum Problem. Nicht nur Süßigkeiten, sondern auch fettiges Fastfood ist die Standardernährung vieler Kinder unter 10 Jahren. Dabei fängt die Abneigung gegen Grünzeug häufig schon im Kleinkind- und Babyalter an.

Reagieren Sie so früh wie möglich auf ungesunde Angewohnheiten, denn die Vorlieben und Ernährungsgewohnheiten im Kindesalter sind häufig wegweisend für die Erwachsenenzeit.

Die ersten Schritte

Zu Beginn ist es nützlich herauszufinden, welche Gemüsesorten am wenigsten „ekelig“ für Ihr Kind sind. Aufbauend auf diesem Wissen sollten Sie zunächst die Akzeptanz für dieses angenehme Gemüse erhöhen. Es nutzt nichts, gleich mit vollkommen inakzeptablen Brokkoli beginnen zu wollen. Milde und leicht süßliche Gemüse wie Möhre, Pastinake, Kürbis, Kohlrabi, Mais oder auch Süßkartoffel mögen Kinder am liebsten. Auch besteht die Möglichkeit, die Gemüsesorten zunächst unauffällig püriert in verschiedene Lebensmittel hineinzumischen. So gewöhnt sich Ihr Kind zunehmend an den Geschmack und der Sprung zum puren Gemüse ist nicht mehr so groß.

Nicht immer nur gekocht

Erstaunlicherweise bevorzugen viele Kinder rohes Gemüse. Dagegen ist aus gesundheitlicher Sicht natürlich nichts einzuwenden. Ohnehin ist der Vitamingehalt im rohen Zustand deutlich höher. Ein schöner Trick ist, zu Beginn eine Möhre mit Nutella zu verfeinern. Die Kombination ist viel besser als sie sich anhört und Ihr Kind wird sie bestimmt lieben.

Generell ist handliches Fingerfood für Kinder verlockender als große Stücke. Kreieren Sie mit Ausstechförmchen niedliche Figuren oder formen Sie kleine Bällchen. Alles, was die Phantasie Ihres Kindes anregt, ist von Vorteil. Durch Avocado- oder Quarkdips wird nicht nur der „unangenehme“ Geschmack teilweise überdeckt, sondern auch Fette, die zur Aufnahme bestimmter Vitamine unbedingt notwendig sind, bereitgestellt – vom Spaß des Dippens mal ganz abgesehen.

Richten Sie farbenfrohe Salate mit essbaren Blüten an. Neben Rosen-, Ringelblumen-, Sonnenblumen-, Stiefmütterchen-, Borretsch-, Gänseblümchen-, Kapuzinerkresse-, Zucchini-, Veilchen-, Löwenzahn- sind auch Dahlienblüten und viele mehr essbar, dekorativ und lecker zugleich.
Auch das Verzieren von Kuchen und Pudding ist mit diesen Blüten effektvoll. So stellt Ihr Kind eine positive Korrelation zwischen Blüten und Genuss her, die auch für Salate usw. nutzbar ist.

Die richtige Formulierung

Kinder, die bisher auf Gemüse regelrecht allergisch reagiert haben, blocken kategorisch jedweden Vorschlag von Ihnen ab, wenn in diesem das Wort Gemüse oder der bekannte Namen eines Grünzeugs auftaucht. Daher ist es bei Vorschulkindern ein schöner Trick, den Gemüsesorten nun einen neuen und phantasievollen Namen zu geben. Kombinieren Sie die Namen mit den Interessen Ihres Kindes.

Wenn Ihr Kind auf Piraten steht, erklären Sie ihm, welche Nahrungsmittel diese häufig gegessen haben. Diese hätten sich aufgrund von Mangelernährung und Skorbut über ein bisschen Kohl sicherlich gefreut. Rapunzel mag eben nicht Nudeln, sondern Rapunzeln und rohen Spinat, nur dass Sie diesen natürlich nicht mehr Spinat nennen. Durch Geschichten erhöhen Sie das Interesse an bestimmten Gemüsesorten und die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Kind in nächster Zeit sogar von sich aus nach diesen fragt.

Versuchen Sie, eine positive und emotionale Verbindung zwischen den einzelnen Gemüsen und Ihrem Kind aufzubauen. Vielleicht mag es ja Tiere oder hat sogar selbst ein Haustier. Egal ob Pferde, Hamster, Kaninchen, Meerschweinchen, Schildkröten und viele mehr – all diese Tiere lieben Gemüse. Erhöhen Sie das Bewusstsein für diese Tatsache bei Ihrem Gemüsemuffel.

Smoothies

Ist das Gemüse nicht als solches zu erkennen, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass dieses nicht abgelehnt wird. Daher sind Smoothies eine tolle Alternative für eine ausreichende Vitaminversorgung. Steigern Sie langsam den Anteil an Möhren, Paprika und Co. und beginnen Sie nicht gleich mit dem Weißkrautsaft. Auch eine Mischung mit Obst, leicht gesüßt mit Honig ist nicht verboten. Ihr Kind soll anfangen, Gemüse zu mögen und sich nicht gezwungen fühlen.

Achten Sie auf Ihre eigene Ernährung

Kinder imitieren gerne das elterliche Verhalten bzw. ahmen ältere Geschwister nach. Daher sollten Sie selbst mit gutem Beispiel voran gehen und den Prozentsatz Ihrer Grünkost deutlich erhöhen, selbst wenn Sie schon jetzt viel Gemüse essen.
Kompromisse nach dem Schema, du ist einen Löffel Erbsen und ich als Mama oder Papa dafür zwei, kommen meistens gut an. Erhöhen Sie den Gemüseanteil im Leben Ihres Kindes langsam und schrittweise und zeigen Sie sehr deutlich, wenn Ihr Kind etwas richtig gemacht hat. Strafen helfen nicht halb so gut wie eine positive Verstärkung des gewünschten Verhaltens. Kommunizieren Sie deutlich – sowohl mit Worten als auch mit Gesten und Aufmerksamkeit. Lassen Sie Ihr Kind zur Belohnung des abendlichen Gemüses eine halbe Stunde länger aufbleiben oder spielen Sie sein Lieblingsspiel. Verständnis, warum Grünzeug so gesund ist, ist gerade bei kleinen Kindern kaum zu wecken, daher sollte es einen überzeugenden Vorteil von der Nahrungsumstellung erkennen können.

Gemüse ins Spiel integrieren

Um dauerhaft und vor allem ohne lange Diskussion Gemüse in die Nahrung zu integrieren, müssen Sie zu Anfang besonders viel Arbeit und Aufmerksamkeit investieren. Neben den bisher beschriebenen Tricks eigenen sich Spiele und gemeinsame Aufgaben. Kochen Sie doch regelmäßig mit ihrem Sprössling zusammen. Kinder haben Spaß daran, zusammenzuarbeiten, obwohl es so oft deutlich länger dauert. Schon kleine Kinder können helfen und wenn es nur darin besteht, die kleingeschnittenen Gemüsestücke oder Kräuter in den Topf zu werfen und umzurühren.

Egal ob Ihnen ein Garten zur Verfügung steht oder nur ein Balkon oder die Fensterbank der Küche – selbst auf kleinstem Raum ist es möglich, Kräuter und ein wenig Gemüse selbst zu ziehen, natürlich mit tatkräftiger Unterstützung des Kindes. Selbst gesäte Kresse, Radieschen, Cocktailtomaten und Co. schmecken doppelt und dreifach so gut wie „Supermarktfraß“. Gleichzeitig erhöhen Sie das ökologische Bewusstsein und Ihr Kind lernt ganz spielerisch wie die Nahrung wächst und was dafür notwendig ist.

 

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