Zahngesundheit: Karies bei Kindern rückläufig

Foto: flickr.com / makelessnoise

In den vergangenen 15 Jahren hat sich vor allem die Zahngesundheit bei den 12jährigen deutlich verbessert. Dies hat eine Studie der Universität Marburg ergeben.Die meisten Jugendlichen sind heute kariesfrei, während noch zuviele Schulanfänger Karies an den Milchzähnen aufweisen.

Im Auftrag der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege werden deutschlandweit alle drei bis vier Jahre die Zahnzustände von Schülern verschiedener Altersgruppen erfasst. Wissenschaftlich begleitet wird das Vorsorge-Programm seit 1994 von der Universität Marburg. Bundesweit wurden zuletzt im Jahr 2009 die Gebisse von 87000 Schülern untersucht.

Durchschnittlich 1,87 erkrankte Zähne wurden darin statisch bei den Erstklässlern erhoben. Noch im Jahr 1994 hatten die Sechs- bis Siebenjährigen knapp drei gefüllte, fehlende oder kariöse Zähne. Noch deutlicher war die Verbesserung bei den 12jährigen. Der Durchschnittswert defekter Zähne lag in dieser Altersgruppe bei nur noch 0,72 anstatt 2,44.

Vor allem zwischen den gesellschaftlichen Schichten gebe es Unterschiede. Je höher der sozioökonomische Status einer Familie ist, umso besser ist die Zahngesundheit bei den Kindern, lässt sich generell feststellen. Schulbildung, Beruf und Einkommen der Eltern sind Indikatoren für diesen Status. Klar einher ging mit der Arbeitslosenquote im jeweiligen Bundesland der Zahnzustand, auch das habe sich gezeigt.

Die Zahl der beschädigten Zähne lag bei den Erstklässlern beispielweise bei 2,6 in Thüringen und 1,3 im Saarland. Am schlechtesten schnitt Mecklenburg-Vorpommern bei den 12-Jährigen ab, am besten Baden-Württemberg. Auch zwischen den Schulformen waren deutliche Unterschiede zu erkennen. Da hatten Gymnasiasten und Realschüler deutlich weniger Kariesschäden als Hauptschüler.

Durch die Aufklärung der Eltern und die Präventionsmaßnahmen in Schulen und Kindergärten ist in den vergangenen 15 Jahren „das Bewusstsein für Mundgesundheit“ insgesamt besser geworden. Später sind die Zähne der Kinder viel gesünder, wenn die Eltern den Kleinen früh das Zähneputzen beibringen und ihnen lange dabei helfen. Wenn in der Zahnpasta Salz oder Fluorid enthalten ist, dann ist das eine weitere Hilfe.

Problematischer erweist sich in Deutschland Milchzahnkaries. Im Laufe ihrer Kindheit hatten 46 Prozent der Schulanfänger schon mal mit Karies zu tun. In weiter Ferne ist das Ziel der Weltgesundheitsorganisation, denn diese wünscht sich, dass bis 2020 80 Prozent der Milchzähne kariesfrei sind.

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