Ende der Ein-Kind Politik in China

Das Ende der chinesischen Ein-Kind-Politik, die gegen Ende der 1970er Jahre erstmals eingeführt wurde, sollte weitreichende Veränderungen mit sich bringen. Einerseits erwartete Chinas Regierung einen deutlichen Anstieg der Geburten, andererseits waren einige Analysten auch überzeugt, das Ende der Ein-Kind-Politik könnte auch ein kleines Beben an den Aktienmärkten auslösen: So waren einige Experten der Ansicht, die Aktienkurse jener Unternehmen, die Kondome herstellen, würden durch die Gesetzesänderungen nach unten gehen; die Aktienkurse der Hersteller von Babynahrung hingegen nach oben klettern. Nach mehr als zwei Jahren steht jetzt fest: Alle Vorhersagen, die mit dem Ende der Ein-Kind-Politik gemacht wurden, waren falsch – heute ist die Geburtenrate sogar noch niedriger als vor dem Jahr 2016.

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Von Ein-Kind- zur Zwei-Kind-Politik

Ende der 1970er Jahre entschied die chinesische Regierung zum ersten Mal, die sogenannte Ein-Kind-Politik einzuführen. War die damalige Maßnahme das einzige Mittel, um das rasante Bevölkerungswachstum zu dämmen, so haben die Chinesen heute das Problem, dass die Gruppe der Arbeiter immer kleiner wurde, während die Gruppe der älteren Menschen explodierte. Ein Umstand, der in den nächsten Jahren den wirtschaftlichen Aufstieg des Landes zum Entgleisen bringen könnte. Die letzte Hoffnung? Die Ein-Kind-Politik musste wieder aufgehoben werden – Anfang 2016 trat dann die von der Regierung beschlossene Zwei-Kind-Politik in Kraft, mit der alle Sanktionen, die in Verbindung mit dem zweiten Kind gestanden sind, aufgehoben wurden.

Auch Unternehmen begrüßten das Ende der Ein-Kind-Politik

In den letzten Jahren gab es immer wieder Diskussionen über die in China erhältliche Babynahrung. Schlussendlich starben im Jahr 2008 6 Säuglinge und über 50.000 mussten im Krankenhaus behandelt werden. Zudem gab es über 300.000 erkrankte Säuglinge, nachdem verseuchte Babynahrung und Milch auf den Markt kam. Dass derartige Vorfälle natürlich zu einer verstärkten Nachfrage nach europäischer und australischer Babynahrung führten, hatte natürlich auch Auswirkungen auf die Märkte. Plötzlich waren heimische Anbieter nicht mehr gefragt; ausländische Unternehmer waren so beliebt wie nie zuvor. Die hohen Zollgebühren, die für ausländische Produkte bezahlt werden müssen, waren sodann dafür verantwortlich, dass ein „grauer Markt“ für Babynahrung entstand. Dass natürlich die neue Politik Chinas, so die Experten, einigen heimischen Unternehmen helfen wird, höhere Umsätze zu verbuchen, schien logisch zu sein – nach mehr als zwei Jahren kann man jedoch sagen, dass sich kaum etwas verändert hat. Natürlich verbuchten Hersteller von Babyshampoo, Babynahrung und auch die Kinderwagen- und Kindersitzproduzenten leichte Kursanstiege und jene Unternehmen, die Kondome herstellten, mussten Kursverluste hinnehmen, heute sind diese Veränderungen aber kaum noch spürbar. Vor allem auch deshalb, weil die Prognose, dass es nun zwischen drei und acht Millionen Geburten pro Jahr mehr sein werden, nicht stimmte.

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Das Gegenteil ist eingetreten

Kaum zu glauben, aber bislang sorgte das Ende der Ein-Kind-Politik und die Einführung der Zwei-Kind-Politik sogar zu einem Geburtenrückgang – die erhoffte Wende blieb aus. Selbst Experten zeigten sich überrascht, dass nun anscheinend das Gegenteil eingetreten ist. Ein Szenario, das für das Land eine Katastrophe bedeutet – gelingt China nämlich nicht bald der Umschwung, so wird der Wirtschaftsaufstieg des Landes demnächst wieder vorüber sein. Wie Chinas Regierung jetzt weiter vorgehen will? Nun will man Paare, die sich für ein zweites Kind entscheiden, finanziell unterstützen. Das heißt, Chinas Regierung will Steuererleichterungen, die Ausbildung des Kindes unterstützen und zudem auch Wohnzuschüsse anbieten.

 

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