Hochbegabung erkennen und gezielt fördern

Kinder sind von Natur aus neugierig und stellen viele Fragen. Doch es gibt einige darunter, die durch sehr intelligente Fragen und schlagfertige Antworten auffallen. Das ist an sich noch nichts außergewöhnliches, es könnte jedoch durchaus auch ein Hinweis auf Hochbegabung sein.

Kommen dann noch negative Verhaltensweisen wie regelmäßige Wutanfälle, große Sturheit und eine hohe Empfindsamkeit dazu, dann sollte man der Ursache unbedingt auf den Grund gehen. Mit hochbegabten Kindern wird im Alltag meistens nicht richtig umgegangen, sie sind deswegen frustriert und entwickeln dadurch ein auffälliges Verhalten, das meistens negativ auffällt.

Das macht ein hochbegabtes Kind aus

Bei einem hochbegabten Kind ist es so, dass es genetisch so veranlagt ist, dass seine Interessen und Fähigkeiten sehr früh entwickelt sind, wenn man es mit Kindern im gleichen Alter vergleicht. In den meisten Fällen konzentriert sich diese besondere Entwicklung auf einzelne Bereiche.

So gibt es zum Beispiel eine intellektuelle Hochbegabung, die sich im Bereich der Sprache, der Technik, der Logik, der Mathematik oder der Naturwissenschaften zeigen kann. Darüber hinaus gibt es auch besondere Begabungen im Bereich des Sports, der Musik oder der Bildenden Künste.

Hochbegabt ist also nicht immer mit einem besonders hohen IQ gleichzusetzen, dieser kann jedoch vorhanden sein. Eltern sollten an eine Hochbegabung denken, wenn das Kind sehr früh zu sprechen und sich für die Umwelt zu interessieren beginnt.

Hochbegabte Kinder haben sehr früh einen großen Wortschatz und verfügen über ein sehr gutes Gedächtnis. Sie können häufig schon vor dem Eintritt in die Schule etwas rechnen und lesen. Häufig geben sie sich nicht gerne mit Gleichaltrigen ab, sondern bevorzugen die Gesellschaft Erwachsener.

Einfache Aufgaben können oftmals nur mit großen Problemen bewältigt werden, während schwierige Dinge mit Leichtigkeit gelöst werden.

Hochbegabung wird meistens spät entdeckt

Es dauert meistens sehr lange, bis eine Hochbegabung der Umwelt überhaupt auffällt. So liegt oftmals ein langer Leidensweg hinter den Kindern, bis man ihnen gerecht werden kann. In der Regel werden Eltern erst hellhörig, wenn das Kind unangenehm auffällt, und oftmals bleibt die Hochbegabung auch vollkommen unentdeckt.

Das Kind wird dann als unerzogen und schwer erziehbar eingestuft, häufig wird auch fälschlicherweise ein ADHS diagnostiziert. Hegt man den Verdacht auf Hochbegabung, sollte man das Kind einfach ganz genau beobachten und ein Gespür für seine speziellen Interessen entwickeln.

Sind Kinder musikalisch, künstlerisch oder sportlich sehr begabt, so werden sie meistens wie selbstverständlich von den Eltern gefördert, indem man sie in einem Verein anmeldet. Handelt es sich dagegen um intellektuell hochbegabte Kinder, so wird es schon schwieriger, in der Gesellschaft gibt es kaum Anerkennung und Förderung.

So können Eltern ihr hochbegabtes Kind fördern

Für ein hochbegabtes Kind ist es wichtig, dass es seinen Bedürfnissen und Interessen nachgehen kann, die Umwelt sollte ausreichend Anregungen bieten. Eltern sollten ihrem Kind zeigen, dass diese Begabung voll akzeptiert werden, auch wenn oftmals Ängste damit verbunden sind.

Allerdings darf das Kind auch nicht damit überfordert werden, Eltern erwarten dann auch oft, dass das Kind in anderen Bereichen weiter entwickelt ist. Den Lerneifer des Kindes sollten Eltern unterstützen, das Kind gibt dabei jedoch das Tempo vor.

Stärken gehören gefördert, an den Schwächen sollte man allerdings dabei auch arbeiten. Eventuell kann man auch Kontakt zu anderen Familien mit hochbegabten Kindern aufnehmen. Vereine, bestimmte Kurse oder eine gezielte Freizeitgestaltung können dem Kind viel Spaß machen und seine Interessen fördern.

One Response to Hochbegabung erkennen und gezielt fördern

  1. Hallo,
    ich bin sowohl Pädagogin als auch Mutter. Informationen zur „gezielten Förderung“ eines sehr oder gar hochbegabten Kindes habe ich in meiner Rolle als Mutter gesucht und muss bemerken, dass ich auch jetzt nicht wirklich mehr weiß. In meiner beruflichen Funktion fällt es mir leicht, begabte Kinder nicht zu langweilen ;), ihre Stärken und Schwächen zu erkennen und zu fördern. In der Mutter-Rolle ist dies anders, denn das Kind verbringt nicht nur ausgewählte Zeit mir mir, sondern den Alltag. Ihre Verhaltensauffälligkeiten sind teilweise sehr anstrengend, wobei ich fast annehme, dass es für sie schlimmer ist als für mich. Wird sie unzufrieden oder wütend, lebt sie diese Emotion impulsiv aus, um danach verblüffend tiefgehend ihr Denken und Handeln zu reflektieren und sich schlecht zu fühlen, weil sie ihre Emotionen nicht steuern kann, wie sie will. Was macht man als Mutter mit einem Kind, das keine spezielle Begabung hat, „stupide“ Tätigkeiten total langweilig findet, für die Aufgabe „33+5“ fünf Minuten überlegt, um dann zu antworten, dass 44 um 11 größer sei, hiervon also 6 abgezogen werden müssen, damit das Ergebnis 38 ist? Schreibt sie „schön“ groß begründet sie mir das als gerade 2. Klässlerin damit, dass man aus diesem „wie-Wort“ schließlich auch ein Namenwort machen könne. Das Namenwort (die Schöne) würde ja genauso angeben, wie etwas sei. Leider bzw. verständlicherweise will die Schule kein Kind, das viel zu langsam arbeitet, weil sie erst x mal um die Ecke denkt. Diese andere Art des Denkens kann und will ich ihr nicht nehmen – mir bleibt nur die Hoffnung, dass sie mit zunehmendem Alter eine Ahnung davon hat, was andere (Lehrer, Umfeld) erwarten, wenn sie 33+5 rechnen soll 🙂
    Mein Fazit: Beruflich stimme ich diesem Beitrag zu – als Mutter bringt er mich persönlich nicht weiter…

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