Privatschule oder öffentlich: welche Schule soll es sein?

Das neue Schuljahr ist nicht mehr weit und die Kinder müssen für eine weiterführende Schule angemeldet werden. Da stellt sich für die meisten Eltern die Frage welche ist die Richtige. Wollen sie ihre Kinder in eine öffentliche Einrichtung oder in eine Privatschule schicken? Beide haben Vor- und Nachteile.

Die Öffentlichen sind kostenlos und die Privaten müssen bezahlt werden. Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat dazu eine Studie erstellt, die belegt, dass die öffentlichen Einrichtungen keinesfalls qualitativ keinesfalls schlechter sind als die Privaten. Jedoch werden den Eltern für Ihr Geld etwas anderes geboten: Ihnen wird ein bestimmtes sozialen Milieu garantiert.

Im Vorwort der Studie „Allgemeinbildende Privatschulen in Deutschland“ schreibt der Moderator des „Netzwerk Bildung“ der Friedrich-Ebert-Stiftung Rolf Wernstedt, dass ein Bildungs-Gespenst in Deutschland umgehe. Qualitativ besser als die öffentlichen Schulen seien die allgemeinbildenden Privatschulen, besagt dieses Gespenst. Pädagogische Innovationen seien dort leichter möglich, die angebliche Überlegenheit der Privatschulen gründe diese Beobachtung. Doch laut Wernstedt wird trotz aller negativen Problemdiskussionen beim genaueren Hinsehen deutlich, dass mehr als allgemein angenommen die Bereitschaft zu Reformen im öffentlichen Schulwesen viel weiter fortgeschritten ist.

Im Sozialen liegt der Unterschied

Auf eine Privatschule schicken immer mehr Eltern ihre Kinder, das ist Tatsache. Von 4,8 Prozent auf 7,7 Prozent ist an Privatschulen die Zahl gestiegen zwischen 1992 und 2008. Seit dem Erscheinen der ersten PISA-Studie im Jahre 2001 ist eine Dynamik auffallend. Doch sind die öffentlichen Schulen weniger leistungsfähiger als die privaten Einrichtungen?

Es gibt keine bedeutenden Leistungsunterschiede zwischen den öffentlichen und privaten Einrichtungen, das wird eindeutig in der Studie beantwortet. Das Ergebnis besagt, dass etwas besser bei den Privaten die Realschulen abschneiden, doch bei den öffentlichen sind die Gymnasien weiter vorne.

Jedoch im jeweiligen sozialen Umfeld der Schüler ist ein deutlicher Unterschied zwischen Öffentlich und Privat zuerkennen. Entscheidend für einen Privatschulbesuch ist laut der Studie vor allem der Bildungshintergrund der Eltern. Einen sehr geringen Ausländeranteil haben die Privatschulen im Vergleich zu den Öffentlichen. Eine Privatschule besuchen nur vier Prozent von den 800.000 ausländischen Schüler und Schülerinnen in Deutschland. Doppelt so hoch ist der Anteil bei den deutschen Schülern. Zu einem eindeutigen Ergebnis kommt auch hier die Studie, eine tatsächliche Begleiterscheinung des Privatschulwesens ist die ethnische und soziale Ausgrenzung.

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